24.08.17

Ein kleiner Vorspann über die Besiedlung unserer Region. Wir gehen in die Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung zurück. Südskandinavien, Dänemark und das Gebiet zwischen Ems und Oder bildeten den Lebensraum der Germanen vor dreitausend Jahren. Aus diesem dicht bewaldeten, feuchten und rauhen Landstrich, wo der Ackerbau oder die Fischerei nur beschränkt möglich war, drängten die sich stark vermehrenden Germanen etwa 300 v. Chr. heraus. Um bessere Lebensbedingungen zu finden, breiteten sie sich dabei bis zum Rhein und der Weichsel und südlich überwiegend bis zu den Mittelgebirgen aus.
In dieser Zeit mag auch die 1992 ergrabene Ansiedlung in Hedem gegründet worden sein. Vielleicht trug der Sippenälteste in Hedem auch den Namen Hermann wie sein Stammeshäuptling, vielleicht waren die Hedemer Cherusker die ersten Siedler hier in der Gegend.
Die Sippen lebten in Dorfgemeinschaften, verteilten Land und Beute unter sich. Über den Sippen stand nur die Volksgemeinde aller wehrfähigen Freien, das "Thing" das über Friedensbruch und Verrat beschloss und Recht sprach, Richter und Herzöge wählte.
Das Imperium Romanum hatte sich bis an den Rhein ausgedehnt und auch eine befestigte Grenze, den "Limes" gezogen. Gelegentlich drangen militärische Expeditionskorps ins germanische Gebiet ein. Arminius
, der Cheruskerfürst. - Er hatte es verstanden, die germanischen Stämme zu vereinen und die Römer abzuwehren. Unvergessen die Schlacht im September des Jahres 9 n. Chr. in Kalkriese bei der die römischen Legionen 17, 18 und 19 vernichtend geschlagen wurden. Durch neue Siege über die Germanen wurde die Varusschlacht zwar wieder wettgemacht, doch hatte das Imperium hier im Norden seine Grenzen gefunden.
Beim Bau der Erdgas-Pipeline M I D A L (Mitte - Deutschland - Anbindungs - Leitung) wurden Brunnen einer germanischen Siedlung in Hedem am Wasserwerk aus dem 3. - 5. Jahrhundert nach Christi. entdeckt. Als ungewöhnlich und für Nordrhein Westfalen bedeutsam bezeichnen die Altertumsforscher eine Rarität, die auf der 21 Meter breiten Trasse in Hedem gefunden wurde und alle Erwartungen übertraf. 3 Brunnenanlagen, von denen 2 mit aufwändiger Technik gehoben und damit gesichert  wurden, weil sie direkt auf dem Trassenverlauf lagen. Ein sogenannter "Kastenbrunnen" und ein "Rohrbrunnen" aus einem ausgehöhlten Baustamm.

Seit dem 6. Jahrhundert kam es nach der archäologischen Siedlungsforschung in Norddeutschland zu einer Siedlungsbewegung der Sachsen von Norden nach Süden. Um 700 nach Christi Geburt hatten die Sachsen bereits das Wiehengebirge überschritten und waren nach Süden sich ausbreitend bis an die Lippe vorgedrungen.  Die hier wohnenden Völkerschaften, die germanischen Angrivarier und südlich  davon die Brukterer, wurden in den sächsischen Stammesverband integriert. Zu einer Auslöschung dieses Stammes ist es offenbar nicht gekommen.
Widukind
, der Sachsenherzog. - Er wehrte sich erbittert mit seinen Mannen gegen das Eindringen der Franken. Die Nachbarschaft der Sachsen als ein unabhängiges Volk war für Karl den Großen nicht tragbar. 775 n. Chr. wird Lübbecke namentlich erwähnt, denn bei "Lidbeki" fanden während eines Zuges Karl des Großen Kämpfe gegen die Sachsen statt. Widukind (auch Wittekind genannt) führte die Sachsen bei einem Vorstoß sogar bis Koblenz (779), kämpfte an der Hase (782), unterwarf sich dann doch den Franken (785) und ließ sich taufen. Man verehrte den Sachsenherzog, der sich so für sein Volk eingesetzt hatte. Burgen, Berge, Höhen und Quellen wurden nach ihm benannt.

 Karl der Große König der Franken 747 - 814           

Der Zehnte war eine von Karl dem Großen in Sachsen im Jahre 782 eingeführte Abgabe auf Feldfrüchte und Vieh zugunsten der neugegründeten Bistümer in Sachsen. Später wurde der Zehnte ein Handels- und Lehnsobjekt. Karl der Große gründet um 800 das Bistum Minden.

 

Heinrich I.,  Gründer des Deutschen Reiches. - Als Herzog Heinrich von Sachsen (seit 912) wurde er im Jahre 919 in Fritzlar zum König gewählt. Heinrich schuf die Vereinigung des Reiches als er im Jahre 933 mit einem aus allen Stämmen bestehenden Heer gegen die Ungarn erfolgreich kämpfte.

Otto I. der Große 912 - 973   Herzog von Sachsen und
König des Ostfrankenreiches, ab 962 römisch deutscher Kaiser
977 verleiht Kaiser Otto II. Bischof Bilo von Minden das Markt-, Münz- und Zollrecht.

Der Bischof von Minden hatte ursprünglich rein geistliche und kirchliche Aufgaben. Für die weltliche Herrschaft waren vom deutschen König ernannte Grafen zuständig. Die Kirchengüter des Bistums Minden wurden von einem weltlichen Stiftsvogt verwaltet. Auch die Herzöge von Sachsen waren Stiftsvögte. Mit der Zeit ließ sich diese von Karl dem Großen eingeführte Aufteilung der Befugnisse nicht halten und auch die Bischöfe erhielten von den deutschen Königen und Kaisern zunehmend weltliche Aufgaben. Nach der Absetzung des welfischen Herzogs von Sachsen, Heinrich der Löwe im Jahre 1180 wurde das Herzogtum geteilt. Dadurch waren den Territorialbestrebungen der Bistümer und des Hochadels Tür und Tor geöffnet. Mit dem gezielten Erwerb von Grundherrschaften und der Anlegung von Burgen versuchten auch die Bischöfe von Minden, in ihrer Diözese die Landesherrschaft zu erringen.
Wilhelm von Hedeme wird anlässlich eines Hof- und Landverkaufs am 14. April 1233 in einer Urkunde des Mindener Bischofs Dietmar erwähnt (Westfälisches Urkundenbuch). Um 1240 wird ein Herr W. von Hedinge (Hedem)  im Kirchenspiel Alswede erwähnt. Hedem gehörte im 13. Jahrhundert zum Bistum Minden. 
Um 1300  belehnt der Bischof Ludolf von Minden den Ritter Heinrich von Aspelkamp mit dem Zehnten von Hüffe. Am 2. Juni 1239 pachtete Burchard von Getmunde für vierzig Mark vom Stift Levern einen Zehnten in Hedem. Bertram von Hedem wird neben Gerard von Offlethen am 9. April 1244 bei einer Übertragung von Gütern an das Kloster Levern genannt. Hedem wird 1253 beim Verkauf eines Zehnten in Stemshorn an das Kloster Levern aufgeführt.

  Die St. Andreas Kirche von Alswede war eine Eigenkirche der Grafen von Tecklenburg. Die Grafen werden vielleicht im 12. Jahrhundert die Kirche in Alswede, zunächst als Kapelle gegründet haben. Ein später größerer Kirchenbau soll nach der Überlieferung von den Steinen der zerstörten Mesenburg auf dem Mesenkopf erbaut worden sein. Dies lenkt den Blick auf die starke grundherrschaftliche Präsenz der Grafen von Tecklenburg im Westen des Bistums Minden und insbesondere im Kirchenspiel Alswede. Auch in Hedem gehörten mehrere Bauernhöfe den Grafen von Tecklenburg.
Im Jahre 1350 wurde der Ritter Johan von Lübbecke mit dem "Hollwinkel" belehnt. Das Geschlecht von Lübbecke welches der Stadt Lübbecke seinen Namen entlehnt hatte, kommt schon früh im Stift Minden vor. Er sollte nämlich von der Burg Hollwinkel aus den Westen des Bistums Minden gegen die Grafschaft Ravensberg und das Fürstenbistum Osnabrück sichern, nachdem das Bistum Minden spätestens 1325 die Burg Limberg an die Grafschaft Ravensberg verloren hatte.

1530 erlässt der Mindener Rat für alle Mindener Bürger eine evangelische Kirchenordnung.               

06.04.1611 Verkauf eines Hofes zu Hedem (Amt Reineberg), durch Hermann von Westorpff an den Rittmeister von Schloen, genannt Gehlen. 

Im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) zog Tilly mit seinen Truppen durch das Bistum Minden und schlug 1623 sein Hauptquartier mit 150 Soldaten und 82 Pferden für kurze Zeit in Lübbecke auf. Ähnlich erging es Lübbecke auch in späteren Jahren. Doch auch schon 1626 zogen Kaiserliche Truppen unter Herzog Ernst von Sachsen-Weimar durch Oldendorf und 1627 die Ligisten.
Ein Kommando unter dem dänischen Obristen Isaak Lardin von Limpach versuchte am 6. Januar 1626 Lübbecke einzunehmen. Stadttore wurden berannt, Torflügel weggebrannt und die Stadt beschossen. Doch konnte die kaiserliche Besatzung unter dem Leutnant Johann von Wendt, die damals die Stadt beherrschte, den Angriff abwehren und die Einnahme verhindern. Lübbecke wurde im August 1626 im militärischen Sinne selbständig, als die kaiserliche Besatzung abgezogen wurde. Das damit verbundene Risiko versuchte man dadurch zu verringern, dass 50 Soldaten angeworben wurden. Doch auch sie konnten nicht verhindern, dass die Stadt 1627 vom Obristen Ladrin berannt, eingenommen und geplündert wurde.  
Ende Februar 1633 kam das erste Königliche Schwedische Regiment nach Lübbecke. Zwei Kompanien zu Fuß unter Capitain Platen. Im Juni 1633 nahm der Fürstliche Hessische General Melander mit 1500 Soldaten in Lübbecke das Hauptquartier. Die Schweden und Hessen wechselten sich ab. Das ganze Geschehen weitete sich aus. Im September 1644 haben die Hessen unter dem Generalmajor Gysen in Holzhausen. Pr. Oldendorf und Harlinghausen logieret und übel gehaust.
Im Jahre 1646 hatte Hedem im Amt Reineberg 45 bäuerliche Stätten.
Die beiden Verhandlungsorte Münster und Osnabrück dagegen bildeten inmitten des Krieges Inseln des Friedens, denn hier hatten sich 37 ausländische und 111 deutsche Gesandte zum Friedenskongress eingefunden. Die Bevölkerungsverluste entstanden ebenso sehr durch die Begleiterscheinungen des Krieges. Hungersnöte und daraus resultierende Krankheiten, besonders die Pest in den Jahren 1635 - 1637. Durch den Westfälischen Frieden (Osnabrück - Münster) 1648 wird das Fürstentum Minden zu dem Kurfürsten von Brandenburg zugesprochen.  

1723 wird Minden Verwaltungszentrum für die Provinzen Minden, Ravensberg, Tecklenburg und Lingen. Auch wurde die Reineburg auf Befehl des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I. auf dem Reineberg abgebrochen. Die Steine wurden teils zur Errichtung des Mindener Regierungsgebäudes, zum anderen Teil zum Bau eines neuen Amtshauses im Amt Reineberg genutzt (heute Landwirt Niemeyer, Reinberger Felde).
König Friedrich II., der Große ( "Der alte Fritz"), wurde 1740 erster Diener seines Staates in einem schweren Jahr. Es herrschte Hungersnot. Sein politisches Ziel war eine Großmacht Preußens. Er war den Wissenschaften und den Musen sehr zugetan. Eine neue Dorfordnung wurde am 7. Februar 1755 von König Friedrich II. erlassen. Der preußische König besetzte Sachsen und kämpfte gegen Österreicher, Franzosen, Russen und Schweden.

Eine der wichtigsten, aber in Deutschland kaum bekannten Schlachten war die bei Minden am 1. August 1759. Bei der Schacht von Minden besiegt Herzog Ferdinand von Braunschweig als Oberbefehlshaber eine Koalitionsheeres (Engländer, Hannoveraner, Braunschweiger, Hessen, Schaumburg Lippe und Preußen) ein französisch-sächsisches Heer. Sie stellte für Frankreich eine entscheidende Niederlage bei dem Versuch, Nordwestdeutschland zu kontrollieren dar. Englische und nordwestdeutsche Truppen verhinderten dies in der genannten Schlacht. Nachdem kurze Zeit später es den Engländern auch gelang, Quebec (Kanada) zu erobern, waren zwei wichtige Vorentscheidungen in der englisch-französischen Auseinandersetzung gefallen. Preußen spielte allerdings in der Auseinandersetzung bei Minden keine Rolle, weshalb in der preußisch-deutschen Geschichtsschreibung dieses Ereignis kaum beachtet wird.

Berlin wurde 1760 vorübergehend besetzt und gebrandschatzt, die Wirtschaftskraft Preußens zur Erschöpfung gebracht. Auch die Gegend hier wurde durch den dritten schlesischen Krieg (1756 - 1763) hart heimgesucht. Durchziehende Truppen und Einquartierungen in Oldendorf und Holzhausen lösten einander ab, mal waren es alliierte deutsche Truppen, mal waren es Franzosen. Sie forderten Kontributionen; Lieferungen von Heu, Stroh, Hafer; Gestellung von Fuhrwerken für die Franzosen. Die Hausbewohner flüchteten in die Berge. In Holzhausen lagerten einmal 14.000 Mann. Kein Zaun, keine Planke, keine Hecke, kein Baum war nach dem Abzug verschont geblieben und als Brennholz verwandt.

1761 Schuldienst zu Hedem im Amt Reineberg.
Aufruhr in Hedem: 1781 Bestrafung der Eingesessenen zu Hedem, Meyer, Arensmeyer und Wulff, als Anführer des Aufruhrs zu Hedem gegen die Markenteilung.
1802 wurde in Hedem ein Schulhaus erbaut.

Das europäische Gleichgewicht wollte man wieder herstellen und begann 1805 mit dem dritten Koalitionskrieg gegen Frankreich.

1806 Fürstentum Minden, Amt Limberg, Vogtei Alswede, Bauerschaft Hedem              

1806 wird das Land hier von Franzosen besetzt und dem Königreich Westfalen  zugeschlagen. Napoleon gründete 1806 den Rheinbund. Preußen hatte sich bis dahin neutral verhalten, forderte jetzt aber Frankreich auf, die besetzten deutschen Gebiete zu räumen. Daraufhin begann der Krieg Frankreichs gegen Preußen und Russland.

1807 - 1813 Kaiserreich Frankreich, Königreich Westfalen, Distrikt Minden, Kanton Oldendorf

1807 flüchtete der preußische König Friedrich Wilhelm III. nach Memel. Der "Frieden von Tilsit" am 09. Juli 1807 gab der großen Auseinandersetzung Napoleons mit Preußen einen vorläufigen Abschluss. Am 15. November 1807 wurde die Konstitution des Königreichs Westfalen in Paris veröffentlicht und Napoleons jüngster Bruder Jerome zum König bestimmt. Das Decret vom 24. Dezember 1807 teilte das Königreich Westfalen in acht Departements ein. Das Weserdepartment, dessen Hauptstadt Osnabrück war, setzte sich aus den Districten Osnabrück, Bielefeld und Minden zusammen. Die Bauernbefreiung, die Städteordnung und die Behördenreform wurden durchgeführt. Neben der unausgereiften Gesetzgebung erschwerte auch die Finanznot der Bauern einen Ablösungsprozess. Über den Rücken des Wiehengebirges zog man dann im Jahre 1810 eine Reichsgrenze. Börninghausen und Oberbauerschaft gehörten weiterhin zu Westfalen, nördlich des Wiehengebierges war man dem Kaiserreich Frankreich einverleibt. 
Aus außenpolitischen Gründen nahm Napoleon laut Senatsbeschluss vom 13. Dezember 1810 Holland, die Hansestädte und alle Gebiete nördlich einer von Einfluss der Lippe in den Rhein über Haltern, der Ems bis Telgte und dem Einfluss der Werre in die Weser über Minden bis zur Stadt Lauenburg an der Elbe gezogenen Linie in Besitz, um als Herr des Stromgebietes zwischen Schelde und Elbe die Kontinentalsperre gegen England besser durchzuführen zu können. Es wurden von den Franzosen nicht nur hohe Steuern verlangt, sondern auch Vorspanndienste und vieles mehr. Die Bauernschaft Getmold verjagte eine ganze Kompanie französischer Söldlinge und Oldendorf lebte in ständigen Kämpfen mit den Franzosen. Der Widerstand gegen die napoleonischen Fremdherrschaft mit den immer mehr drückenden Lasten erwachte nach und nach in den deutschen Ländern. Die nationale Bewegung in Preußen drängte den König 1813, sich mit dem Zaren zu verbünden und zum Kampf gegen Napoleon aufzurufen. Mit dem Sieg 1813 der vereinigten Truppen Preußens, Österreichs und Russlands begann das Ende der napoleonischen Herrschaft über Europa. Zu einem raschen Zusammenbruch der französischen Herrschaft östlich des Rheins führte die Völkerschlacht zu Leipzig (16. - 19.10 1813). Die französischen Beamten flohen mit dem Rückzug ihrer Armeen und das Königreich Westfalen löste sich auf. Das 3. Preußische Korps unter dem Generalleutnant von Bülow nahm am 7. November 1813 das Fürstentum Minden und die Grafschaft Ravensberg wieder für Preußen in Besitz.
Am 25. Mai 1815 übernahm Freiherr von Vincke das Amt des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen. Fürstentum Minden und Grafschaft Ravensberg bildeten zusammen mit dem Fürstentum Paderborn und Corvey, den Grafschaften Rietberg und Rheda und dem ehemals osnabrückischen Amte Reckenberg den Regierungsbezirk Minden unter dem Regierungspräsidenten Freiherr von der Horst.

Kreis Rahden ab 1816                

1816 wird Minden preußische Regierungsbezirksstadt. Am 1. August 1816 nahmen neue Behörden in den Provinzen ihre Tätigkeit auf. Im Anschluss daran wurden 12 Kreise gebildet; an ihrer Spitze standen Landräte. Landrat des Kreises Rahden, zudem auch Pr. Oldendorf gehörte, war von dem Busche-Münch zu Benkhausen. Er hatte eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Er war unter anderem in der "französischen Zeit" Kammerjunker von König Jerome in Kassel gewesen und hatte 1812 am Feldzug Napolons gegen Russland teilgenommen. Als Regierungspräsident war Freiherr von der Horst zu Haldem eingesetzt.
In den Jahren 1816 / 17 sowie 1830 / 31 und 1846 / 47 gab es in Westfalen schwere Erntekrisen mit allen ihren Folgeerscheinungen. Für die Provinz Westfalen wurde am 25.09.1820 das "Gesetz die gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse betreffend" erlassen. Es übernahm die Aufhebung der Leibeigenschaft sowie die Aufhebung der Dienste und Verpflichtungen aus der französischen Gesetzgebung. Die wirtschaftliche Lage in der Landwirtschaft nach 1820 war schlecht und die Ablösung der bäuerlichen Lasten dauerte Jahrzehnte. 

Kreis Lübbecke ab 1832  

Am 01. Januar 1832 wurde der Kreis Lübbecke gebildet. Der neue Landkreis Lübbecke mit der Stadt Lübbecke als Hauptort und Sitz der landrätlichen Behörde hatte 42.592 Einwohner. Davon waren 42.227 evangelischer Konfession, 93 Katholiken. 1 Mennit und 271 Juden. Landrat war Georg von dem Bussche-Münch zu Benkhausen, Kreisdeputierte waren Freiherr von der Horst zu Hollwinkel und Freiherr von der Reck zu Obernfelde, als Kreissekretär fungierte Heidsieck zu Hollwinkel. Die neue Kreisstadt mit 318 Häusern und 2347 Einwohnern war von Mauern, Wällen und Gräben umgeben. Kollegiatsstift, Tabakfabriken, Gerbereien, Branntweinbrennereien und Handel mit Seidensachen waren die vorzüglichsten Nahrungszweige der kleinen Stadt. Zwischen 1818 und 1843 hatte sich die Bevölkerung Westfalens um 31 % vermehrt.

1832 Bürgermeisterei Alswede 3735 Einwohner, davon Bauernschaft Hedem 575 Einwohner (Quelle Westfalenlexikon)

Am 15. September 1832 gründete Friedrich Wilhelm Wilke seine Tischlerei.
Im 18. Jahrhundert gab es Schürfversuche im Wiehengebirge in Pr. Oldendorf; 1840 nahm die Kohlenzeche Amalia ihren Betrieb auf, deren Spuren in Form von Pingen und den Resten eines Haspelschachtes noch an der Bergstraße zu sehen sind. Nach zeitweiligen Stillstand übernahm der Hotelbesitzer Rudolph aus Hannover das nun nach ihm benannte Bergwerk und erweiterte die Anlage durch das neue Bergwerk Rudolph II mit einem 852,2 Meter langen Stollen, dessen Mundloch sich an der Landesgrenze bei Dahlinghausen befand. Der eingefallene Stollen ist heute noch zu sehen. Gefördert wurde eine brennbare, als Steinkohle angesehene Masse.
1842 wurde die Privatbrauerei Ernst Barre in Lübbecke gegründet.
1843 wurden im Kreis Lübbecke 11 Ämter gebildet: Alswede, Blasheim, Börninghausen, Dielingen, Gehlenbeck, Holzhausen, Levern, Oldendorf, Rahden, Schnathorst und Wehdem.
1847 wird die Köln - Mindener Eisenbahn eingeweiht. Die schwere Agrar- und Hungerkrise im Jahre 1847 und die Not der Spinner und Weber in den Dörfern allgemein führte im
März 1848 vielerorts zu Tumulten. In Alswede rüstete man sich zum Sturm auf Schloss Hüffe, um an die Waffen der Jagdbediensteten zu kommen. Der Landrat des Kreises Lübbecke, von der Horst, schickten per Eilstafette Hilferufe nach Minden und baten um militärischen Schutz oder Waffenlieferungen. Der Amtmann Carl Ludwig Sprengepiel von Alswede floh.

Im Mai 1848 gab es dann schließlich die ersten allgemeinen und indirekten Wahlen, an der erstmalig alle selbständigen männlichen Einwohner über 24 Jahre teilnehmen durften. Nach 1849 nahm das Amt Schnathorst den Namen Hüllhorst an. Ab 1. Januar 1855 wurde Hundesteuer erhoben.
1867 übernahm Heinrich Friedrich Wilhelm Wilke die kleine Tischlerei von seinem Vater. 
Am 18 Januar 1871 wurde im Spiegelsaal des Versailler Schlosses König Wilhelm I. zum Kaiser ausgerufen. Das Deutsche Reich wurde in der kleindeutschen Form ohne Österreich und unter der Führung Preußens gegründet. Otto von Bismark wurde zum Reichskanzler ernannt. Vorausgegangen war der deusch - französische Krieg, die Kapitulation Frankreichs, Napoleon III. in deutscher Kriegsgefangenschaft.
In Hedem und Hollwinkel lebten 1871 637 Einwohner.
1873 wird die Festung Minden aufgehoben.

Müller Casper Heinrich Niederbremer  kaufte von dem Landwirt Wiehe Nr. 5 Hedem ein Stück Ackerland  und ließ sich 1879 ein Wohnhaus und 60 m südlich eine Mühle  errichten mit der Hausnummer 50.            
1880 wird die Schmiede Möllering gegründet.

Herr Lehrer Steinmann beging am 16.07.1881 sein 50-jähriges Jubiläum als Lehrer. Bei guter Gesundheit und Rüstigkeit feierte er zugleich auch 50 Jahre Dienst in der Gemeinde Hedem, die ihn für dieses Doppeljubiläum besonders auszeichnete.
Bevor das letzte Jahrzehnt im 19. Jahrhundert begann, bestieg im sogenannten Dreikaiserjahr Wilhelm II. den Thron (der greise Kaiser Wilhelm I. und schon 99 Tage später sein Sohn und Nachfolger Friedrich III. starben im Jahre 1888). Unter Überspringen einer Generation gelangte die Herrschaft an den noch sehr jungen Wilhelm II., der sogleich selbst politisch die Fäden in der Hand halten wollte. Der Konflikt mit dem Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismark, der unter Wilhelm I. freie Hand hatte, war vorprogrammiert. Der Kanzler verlor schließlich den Machtkampf und wurde am 29. März 1890 in Berlin mit großem Bahnhof verabschiedet. Er selbst sprach von einem Leichbegräbnis erster Klasse. General von Caprivi wurde sein Nachfolger.
Am 7. / 8. September 1889 lag der Stab des 4. Bat. - Inf. - Reg. Nr. 16 mit 1 Stabs-Offizier, 4 Offizieren, 12 Mann, 4 Pferden und 1,5 Komp. desselben Bataillons: 7 Offiziere, 227 Mann und 2 Pferde in Getmold.
Einen interessanten Tausch brachte 1890 der deutsch / englische Vertrag mit sich. Deutschland trat Sansibar an England ab und erhielt dafür Helgoland.
Am 20.07.1891 kauften Charlotte und Wilhelm Schmidt die Schankwirtschaft Wiehe.
Der Weg, welcher von Alswede über Hedem und Lashorst nördlich vom Dorf Getmold in die Kreisstraße Getmold - Destel mündet, wurde 1893 von der Provinz Westfalen und dem Kreis Lübbecke ausgebaut.

1895 Hedem Bauerschaft in Deutschland, Königreich Preußen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Minden, Kreis Lübbecke, Amtsgericht Lübbecke, Postbezirk Alswede, Einwohner 530 (Quelle Hic Leones).                          

1897 übernahm Wilhelm Wilke die kleine Tischlerei von seinem Vater. 
1899 wurde die erste Eisenbahnstrecke (Bünde - Rahden) durch den Kreis eingeweiht.
Mit dem 1. Kalendertag im neuen Jahrhundert traten auch das Bürgerliche Gesetzbuch und das Handelsgesetzbuch in Kraft. Deutschland hatte 56 Millionen Einwohner. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag bei 40 bis 50 Jahren. Das Einkommen pro Kopf der Bevölkerung betrug 504 Mark. Die deutsche Wirtschaft hatte ein schnelles Wachstum.
Am 9. August 1900 gab es den ersten Eisenbahnverkehr der Wittlager Kreisbahn in Pr. Oldendorf (Haltestelle Holzhausen - Heddinghausen). Ein Ereignis für die kleine Stadt am Wiehengebirge und für die Dörfer in der Nachbarschaft, nun dem großen Weltverkehrsnetz angeschlossen zu sein. Das bedeutete zugleich Aufschwung und Fortschritt in der Region.
Die mächtigen Schritte und Ideen von der Gründerzeit her in das neue Jahrhundert drangen auch ein wenig in die kleinen Gemeinden. Das industrielle Zeitalter, und mit ihm auch die Zeit unzähliger Erfindungen, fragte auf einmal nach Elektronikern und Telefonistinnen. Die schon lange erfundene Schreibmaschine wurde jetzt richtig populär. Julius Maggie Suppenwürfel und Dr. August Oetkers Backpulver waren längst ein Begriff. 

Großes Interesse zeigten die Landwirte für die Gründung einer Ein- und Verkaufsgenossenschaft auf Amtsebene. Man schloss sich am 1. Mai 1900 der Genossenschaft Dortmund (mit bereits 30 Filialen), der Viehverwertungsgenossenschaft für Deutschland und dem Genossenschaftsverband des Bundes der Landwirte an.
1901 wurde die Bäckerei Schmidt gegründet.
Der begeisterte Radler Gottlieb Lohmeier aus Lashorst verkaufte Fahrräder und reparierte sie. Er half den ersten mutigen Anfängern auf das ungewohnte Rad, lernte ihnen Balance zu halten, brachte Mobilität in die umliegenden Dörfer.
1903 kam es zur Entwässerung des Hedemer Bruchs.
Faustdicke Eisklumpen mitten im Sommer zerschmetterten Dachziegel, Fensterscheiben und die ganze Ernte. Über Pr. Oldendorf und Holzhausen war am 29. Juni 1903 ein schweres Unwetter gezogen. Entwurzelte Bäume, eingestürzte Wohnungen und die vernichtete Ernte brachten großes Elend über die Bevölkerung am Fuße des Limbergs. Nur durch die großzügige Hilfe der Nachbarämter konnte die Not der geschädigten Bevölkerung gemildert werden.
1904 gründete August Holle eine Kohlenhandlung und einen Landhandel. Das Verkaufssortiment entwickelte sich vom Brennholz bzw. Brenntorf über die Steinkohle zum Heizöl. Der Transport erfolgte zunächst mit Handkarren und später mit Pferdefuhrwerken, Lastkraftwagen und Tanklastwagen.
1904 backte Karl Schmidt das erste Brot in Hedem. 
1904 gründete August Holle eine Kohlenhandlung und einen Landhandel. 

1904 begann man mit dem Bau eines Kanals.   

   Am 1.4.1905 wurde der Ems - Weser - Kanal durch das Preußische Wasserstraßengesetz die Freigabe für ein Bauvorhaben bis Hannover erteilt (dritte große Kanalvorlage im April 1904). Der vorhergehende (1899 - 1901) abgelehnte zweite Plan der preußischen Regierung sah noch einen Kanal mit der Bezeichnung Rhein - Weser - Elbe vor.

Maurermeister Gülker aus Hedem baute 1906 das neue Amtshaus in Pr. Oldendorf.
An der Berliner Straße in Pr. Oldendorf wurde im Jahr 1907 ein Kanalbauamt eingerichtet. Ein Jahr später begann man mit den Vermessungsarbeiten des Rhein-Leine-Kanals, wie man ihn zu dieser Zeit bezeichnete. Das Wasser zur Speisung des Kanals sollte der Weser entzogen werden. Rechtzeitig wurde daher schon 1908 mit dem Bau der Edertalsperre (200 Mill. Kubikmeter) als Wasserreservoir begonnen und bis 1914 fertiggestellt.

1908 wurde die Molkerei Fiestel gegründet.

Bis zum 2. August 1909 war es mit viel Mühe und Zeit verbunden, Wasser in Flachsgruben, sogenannte "Röthekuhlen" zu bekommen. In Hedem stellte man einen Stuhl in die Große Aue und lud dann mit einer Schaufel über den westlichen Damm das Wasser in die Gruben. Auch wenn man es mit Eimern dorthin trug, war das sehr zeitraubend. Kolon Finke benutzte einen großen Schlauch, lud ihn voll Wasser und verstopfte beide Enden mit einem Stöpsel, welche er mit Lappen umwickelt hatte. Hierauf legte er das eine Ende in die Große Aue und das andere Ende in die Flachsgrube. Zu gleicher Zeit wurden beide Stöpsel herausgezogen und das Wasser floss ununterbrochen in die Grube. Dieser Einfall sprach sich schnell herum und fand viele begeisterte Anhänger.
 Die Firma Grün & Bilfinger aus Mannheim führte  hier die Erdarbeiten aus und es  wurde auch nachts gearbeitet. Auch  wurden italienische Bauarbeiter  eingesetzt. Für die Brücken am Kanal im hiesigen Raum wurde 1911 das Material bereitgestellt und im Herbst 1912 bekamen sie schon ihren Anstrich. Am 20. Oktober 1912 waren bei der Kanalbrücke in Hollwinkel mehrere Anstreicher am arbeiten. Plötzlich brach ein Balken im Gerüst und es fielen 3 Arbeiter herunter. Zwei davon haben anscheinend  schwere Verletzungen davon getragen, während der eine mit einer kleinen Verletzung davon kam.
Der Mittellandkanal, der bei Bergeshövede aus dem Dortmund-Ernas-Kanal abzweigt und nach etwa 320 Kilometern bei Magdeburg endet, wurde zu einem Zeitpunkt in Betrieb genommen, als die Welt den Atem anhielt. Am 28. Juni 1914 wurden in Sarajewo der österreichische Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau von einem serbischen Nationalisten erschossen. Aufgrund der damaligen Bündnispolitik, einer ausgesprochen nationalistischen Einstellung auf allen Seiten, wirtschaftlichem  Konkurrenzdenken, das vor Waffengewalt nicht zurückschreckte, und eines zuvor noch nicht gekannten Wettrüstens kam es bald zu den kriegerischen Auseinandersetzungen des Ersten Weltkrieges, der mit der militärischen und wirtschaftlichen Niederlage Deutschlands endete.
Bereits am 4.11.1914 machte das Motorboot Aue die erste Testfahrt auf dem neuen Ems - Weser - Kanal. Als erster Dampfer befuhr am 20.12.1914 der Salondampfer Schwalbe dieses Teilstück.
Am 6. März 1915 bei der Schneeschmelze schwappte das Wasser der Großen Aue in einer starken Biegung im Hollwinkler Park auf einer Länge von 3 Meter über den Damm und verwandelte das ganze Gelände schnell zu einem großen See. Hilferufe drangen damals aus zwei einzelnen, dicht am Kanal liegenden Heuerlingshäusern. Durch einen mühsam herangefahrenen Wagen wurden die Einwohner sowie das Vieh in Sicherheit gebracht.
Vom Krieg überschattet fand die offizielle Einweihung des Kanals am 16.02.1915 in aller Stille statt. Somit war die Inbetriebnahme des Kanals erfolgt. Damals diente in Getmold als Hafen lediglich eine Uferladestelle für 2 Schiffe. Manchem bot sich von nun an der bis dahin unbekannte Anblick eines Schiffes, und immer wieder fanden sich Schaulustige zusammen, wenn die Ankunft oder die Durchfahrt eines Dampfers oder eines Bootes bekannt wurde.
Doch diese Beschaulichkeit sollte noch im Einweihungsjahr des Kanals eine dramatische Wende erhalten. 

Der Dammbruch  in Hedem am 2. Weihnachtstag 1915                              

Im Raum Hedem brach am 2. Weihnachtstag 1915 der Kanaldamm. Durch das sich schnell vergrößernde Loch schoss Wasser in das Vorland und bedrohte Höfe und Häuser. Viel Vieh ertrank in diesen Fluten. Mit vereinten Kräften konnte größerer Schaden verhindert werden. Von Minden aus entzog man dem Kanal Wasser, um den Wasserspiegel auf ein kontrollierbaren Maß abzusenken.

  1917 blieben ungezählte Dampfer mit vielen Schleppkähnen 9 Wochen auf dem Mittellandkanal im Eis stecken.  Am 9. November 1918 verzichtet der Kaiser auf sein Thron und ging ins Exil nach Holland. Am 11 November 1918 wurden dann in Nordfrankreich, in einem Eisenbahnwagen im Wald von Compiegne, vom französischen Marschall Ferdinand Foch und der deutschen Waffenstillstands-Delegation die Alliierten Bedingungen der Kampfhandlung diktiert. Nach dem Krieg 1918 waren Mut und Fleiß gefordert, um die Wunden so gut es ging zu heilen. Nun war aber die Zeit vorbei, wo in den meisten Häusern noch der Holzfußboden wöchentlich mit Sand bestreut und zu allen Festtagen kräftig geschrubbt wurde. Bis dahin badete man nur zwei- bis dreimal im Jahr in einem Holzkübel, nur selten wusch man darüber hinaus die Füße. Händewaschen vor dem Essen war nur angesagt, wenn sie besonders schmierig waren. Zähneputzen war unbekannt. Alles das änderte sich nach dem Krieg, Zahnbürsten und Badewannen wurden eingeführt.

Erste freie Wahlen                  

Nach dem Ende des Krieges im November 1918 und der Abdankung von Kaiser Wilhelm II. wurde das Drei - Klassen - Wahlrecht abgeschafft. Jetzt galt jede Stimme gleich, ob reich oder arm. Jeder durfte wählen, sofern er 20 Jahre alt war. Sogar die Frauen durften wählen. Ein langer und heftig umkämpfter Fortschritt.
Nach dem Drei - Klassen - Wahlrecht waren die Bürger entsprechend ihrem Steueraufkommen in 3 Abteilungen oder Klassen eingeteilt. In die einzelnen Klassen kamen soviel Bürger, bis deren Steueraufkommen ein Drittel des Gesamtaufkommens erreichte. Wer keine Steuern zahlte, blieb unberücksichtigt. Die Bürger jeder Klasse wählten getrennt, aber öffentlich. Gewählt werden konnte jeder, der 25 Jahre alt war und sich nichts hatte zuschulden kommen lassen.
Schon am 19. Januar 1919 fanden die ersten Reichstagswahlen statt und am 2. März 1919 die ersten Wahlen zu den Gemeindeparlamenten.
Die Not war groß, auch auf dem Lande. Am Kanal tauschte man Anfang 1920  ab und an Butter gegen Zucker, Speck gegen Petroleum. Es bestand großer Bedarf an Kohlen. Auf den deutschen Wasserstraßen hatte man einen einheitlichen Reichswasserschutz gegründet, um den unerlaubten Güteraustausch zu unterbinden. Die in Minden stationierten Beamten hatten den Kanal und die Weser zu beaufsichtigen. Im Rang von Hilfspolizeibeamten waren sie befugt, unerlaubt gekaufte Güter zu beschlagnahmen und beteiligte Personen festzunehmen.
Wilhelm und Charlotte Schmidt backten 1920 das erste Brot in Hedem.

Ab 1920 wurde in der Mühle auch mit Dünge- und Futtermittel gehandelt. 1
 
Wilhelm Lohmeier  verlegte sein Sattler- und Polstergeschäft am 12.10. 1921 von Getmold Nr. 73 nach Hedem in das Nebenhaus des Gastwirts Schmidt (Haus nicht mehr vorhanden). 1924 baut er sein eignes Haus mit einer Polsterwerkstatt in Hedem Nr. 80 (heute Lübbecker Straße 17).

  Turnverein Teutonia Hedem                  

1923 wurde der Turnverein Teutonia Hedem gegründet.

Die galoppierende Inflation 1923 ließ innerhalb eines Jahres alle Bürger zu Millionären werden.
1924 dauerte die Vereisung des Kanals über zwölf Wochen bis zum 16. März.
Mitte der 20er Jahre nahm der Verkehr auf dem Kanal merklich zu - es wurde bereits an eine Verbreiterung gedacht.

Am 1. Oktober 1928 wurde der Gutsbezirk Hollwinkel in die Ortschaft Hedem eingegliedert.

Entlud man 1928 im Getmolder Hafen achtzig Schiffe (überwiegend Getreide) mit insgesamt 3.115 t, so waren es 1930 bereits 3.898 t.

Einen vielseitigen Wunsch entsprechend, hatte sich der Gastwirt Heinrich Heuer entschlossen, in seinem Garten einen Schießstand zu bauen. Die Schießweite war auf 100 m bzw. 60 m eingerichtet worden. Benutzt werden sollte der Stand in erster Linie vom Kriegerverein des Amtes Alswede und vom Jugendbund, die erstmals am 13. Juni 1926 ein Prüfungsschießen veranstalteten. Außerdem trug man sich mit dem Gedanken, einen Schützenverein für das Amt Alswede ins Leben zu rufen, der dann auch das Benutzungsrecht  für den Stand haben sollte.

Gründung Freiwillige Feuerwehr Hedem - Lashorst

Anfang 1929, wurde die Freiwillige Feuerwehr Hedem in der Gaststätte Heuer von einigen Dorfbewohnern gegründet. Auf der Gründungsversammlung wählten diese den Gastwirt und Kaufmann Heinrich Heuer zum ersten Brandmeister von Hedem. Er übte dieses Amt bis zum 1. April 1934 aus.
Die Gründungsmitglieder waren Heinrich Heuer, Wilhelm Holle, Karl Niemann, Karl Hüsemann, Fritz Schröder, Wilhelm Piel, Wilhelm Schröder, Helmut Koch, Wilhelm Schmidt, Hermann Koch, August Münstermann und Wilhelm Langewisch. Die neu gegründete Freiwillige Feuerwehr war zum ersten Mal in Uniform beim Spritzenhaus angetreten, um durch den Bürgermeister Graf von Rittberg durch Handschlag vereidigt zu werden.
Als das Jahr 1929 begann, hatte der Winter sich schon mit 3 bitterkalten Wochen bemerkbar gemacht. Es herrschte eine strenge Kälte. Temperaturen bis 23 Grad minus waren keine Seltenheit. Der Frost dauerte ununterbrochen an und war so stark, dass die Kartoffeln in den Kellern und auch die Runkeln in den Mieten zum Teil erfroren. Am 19. März 1929 kamen Eisbrecher um das noch 20 cm dicke Eis auf dem Kanal nach elf Wochen aufzubrechen. Starke Bäume wurden vom Frost gespalten. Im Sommer herrschte eine große Dürre. Viele Brunnen versagten, so dass die Leute für das Vieh Wasser aus dem Kanal holten. Alle Gräben und Bäche waren trocken und das Gras auf den Weiden und Wiesen war verbrannt, so dass Futtermangel herrschte.

Turnverein Teutonia Hedem                              

Beim Turnverein Teutonia wurde ab 1930 auch Fußball gespielt. Wenn der Turn- und Sportverein Teutonia Hedem früher sein Sommerfest feierte, wie zum Beispiel im August 1930 an zwei Tagen in drei Zelten, dann fehlten weder Fackelzug noch Feuerwerk um die sportlichen Leistungen bei Turnen und Freiübungen, Reigen und Tanz zu umrahmen. Bemerkenswert dabei auch ein Kleidungsschwimmen  am 17.8.1930 im Kanal, das unter den fast 1000 Zuschauern große Heiterkeit auslöste.


Am 9. Dezember 1930 wurde der Bau der elektrischen Lichtleitung vollendet. Das Kanalfreibad in Getmold wurde  Mitte Juli fertiggestellt.

1931 Amt Alswede, Kreis Lübbecke, Regierungsbezirk Minden, Sitz Fiestel (Alswede)
Gemeinde Hedem: Landwirtschaftsgemeinde, Gemeindevorsteher Hüffmeyer, Einwohner 459, Ev. 458 Kath. 1, Gesamtfläche 709 ha
Zuständigkeit / Einrichtungen: Volksschule, Eisenbahnstation Blasheim, Feuerwehr (frw.), Elektrizitätsversorgung
Politik: Gemeindevertretung 6 Sitze: rechts 5, links 1
Quelle: Handbuch der Ämter und Landgemeinden in der Provinz Westfalen, Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931    

Am 13. und 14. Juni 1931 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr erstes Stiftungsfest  in den Lokalen und mit 3 Zelten beim Kameraden Heinrich Heuer. Dem am ersten Tag stattfindenden Tanz ging ein Fackelzug voraus, am zweiten Tag folgten nach einem großen Durchmarsch Konzert und Tanz.
Im Februar 1934 entschlossen sich Lashorster Bürger, der Feuerwehr Hedem beizutreten.
Marie Schrodke arbeitete von 1938 - 1942 unter der Baronin Vittinghof-Schell als Hausmädchen auf Schloss Hüffe.   
Der letzte Weltkrieg lag gerade zwei Jahrzehnte zurück und im Sommer 1939 hätte Adolf Hitler fast sein großes Ziel erreicht, die Folgen des Versailler Vertrages zu beseitigen und das Großdeutsche Reich (bis dahin ohne kriegerische Auseinandersetzungen) in den alten Grenzen wieder herzustellen. Vielen wird es ein Rätsel bleiben, dass die Machterschleichung hier in Deutschland einer Gruppierung gelang, die bei der Reichtagswahlen 1928 nicht einmal 3 % der Wählerstimmen hinter sich zu bringen wusste. So begann die Leidensgeschichte des II. Weltkrieges nicht erst 1939, die der Vertreibung und Spaltungen nicht erst 1945.

1940 übernahm dann Karl Niemann, der Schwiegersohn von Wilhelm Wilke die schon stattliche Tischlerei  und baute sie zu einem modernen Fertigungsunternehmen aus.

                            

Ab Anfang der 40 er Jahre verfügte die Löschgruppe über eine Tragkraftspritze Typ TS2, die auf einem Motorradhänger transportiert wurde.
Luise Grabenkamp (geb. Flick) kam von Wahlbach (Kreis Siegen) nach Hedem auf den Hof Mielke. Später diente sie als Hausmädchen bei dem Baron von Busche - Münch auf Benkhausen. 1943 heiratete sie den Bäcker und Konditor Fritz Grabenkamp aus Hedem, der bei der Bäckerei Schmidt tätig war. Die beiden wohnten im Hedemer Holz an der Hüffer Straße. Später erwarben sie sich ein Haus in der Hedemer Siedlung.

Bevölkerung erschöpft

Am 8 November 1943 stürzte abends gegen 21 Uhr ein englisches Bombenflugzeug zwischen Getmold und dem Gut Hüffe ab. Taghell war das Dorf durch die aufeinanderfolgenden Explosionen. Die Besatzung konnte nur verkohlt aus den Trümmern geborgen werden und alle 7 Männer wurden auf dem Alsweder Friedhof beigesetzt.
Der Terror der Gestapo hinter der Front und vor allem der Bomben- und Luftkrieg hatten die Zivilbevölkerung des Kampfes müde und erschöpft gemacht. In den letzten Kriegsmonaten kam noch die Angst vor Tieffliegern hinzu. Am 4. April 1945 erreichten Engländer und Kanadier den Kreis Lübbecke. Für die Zivilbevölkerung war es jedes mal die Frage auf Leben und Tod, ob ihr Ort verteidigt werden sollte oder kampflos übergeben werden durfte. Nach und nach kehrten die überlebenden, gefangenen Soldaten wieder zurück.
Das Leiden und Sterben von mehr als 100 Millionen Menschen durch die beiden Weltkriege in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört zur Geschichte Europas, gehört zu unserer Geschichte. Wir haben sie anzunehmen, wie sie wirklich war, nichts hinzuzufügen, aber auch nichts zu verschweigen.
Ein Jahr nach dem Ende des II. Weltkrieges konnte von einer Normalisierung des Lebens keine Rede sein. Die Menschen lebten in engen räumlichen Verhältnissen, da viele Menschen auf dem Land Zuflucht suchten. Es kamen die Flüchtlinge aus dem Osten, die Evakuierten aus dem Westen und junge Männer aus der Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit bestand das Freizeitangebot aus Schwimmen und Sonnenbaden am Mittellandkanal. Im Laufe der Zeit wurde von diesen Freizeitkickern die Idee geboren, eine richtige Mannschaft zu bilden und den sportlichen Wettkampf mit anderen Mannschaften zu bilden.
Nach dem II. Weltkrieg wurden die langsamen Schleppzüge auf dem Kanal von schnell fahrenden Motorgüterschiffen abgelöst.     

Teutonia Hedem                                     

In der Gaststätte Heuer fand 1946 die Gründungsversammlung von Teutonia Hedem unter der Aufsicht eines Beauftragen der britischen Streitkräfte statt. Der Beauftrage war ein gewisser Herr Klute, späterer Bürgermeister von Lübbecke. Dies geschah in Tradition zu dem vor dem II. Weltkrieg bestehenden Verein in Hedem. Der neugegründete Verein unterhielt eine Turn- und eine Fußballabteilung. Zum Vorsitzenden wurde der Volksschullehrer Grummert gewählt. Stellvertreter wurde Hans Wischnat. Das Amt des Kassierers übernahm Wilhelm Möhlmeier. Als Sportplatz für den stattfindenden Spielbetrieb stellte Wilhelm Langewisch eine Wiese zwischen der heutigen Hedemer Straße und dem Gehlenholz zur Verfügung. Der Umkleideraum befand sich auf der Deele von Walter Gröne. Zu den Auswärtsspielen wurden Trecker mit Anhänger und offene Lastwagen als Transportmittel genutzt.
Die stillgelegte Mühle
kaufte die Müllerfamilie Pieper, die heute noch das umgebaute Wohnhaus besitzen.
Walter Rahe kam im Dezember 1946 aus der französische Gefangenschaft und siedelte nach Hedem.
1947 wird die Bezirksregierung von Minden nach Detmold verlegt.

Sozialverband Deutschland / Ortsverband Hedem

Am 07.07.1948 wurde in der Gaststätte Heinrich Heuer in Hedem der Reichsbund der Kriegsopfer, Zivilbeschäftigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen Ortsverband Hedem gegründet. Anwesend waren 40 Mitglieder. 

Für ein Netto Stundenlohn konnte man im Jahre 1949
2500  g Brot oder 360 g Rindfleisch, oder 7900 g Kartoffeln, 3,2 Liter Milch , 260 g Kotelett, 230 g Butter, 480 g Margarine, 1kg Zucker, 40 g Kaffee oder 3 Eier kaufen. Für 100 DM musste man zu der Zeit 88 Stunden arbeiten.

Ab 1949 fuhr Heinrich Flömer, der einen Elektrobetrieb gründete, mit dem Fahrrad und dem Material zu seinen Kunden.
 Maria Koch flüchtete mit ihrer Familie aus Schlesien nach dem II. Weltkrieg 1949 nach Hedem, wo sie als Hauswirtschaftsgehilfin bei der Gastwirtschaft Heuer arbeitete.

Spielvereinigung Hedem Vehlage                         

Die Fußballer von Teutonia Hedem und der Spielervereinigung Vehlage trafen sich 1950 in der Gaststätte Spreen in Fiestel und beschließen die Neugründung eines Vereins mit dem Namen Spielvereinigung Hedem - Vehlage. Zum Vorsitzenden wählte die Versammlung Heinrich Pott. Der Spielbetrieb wurde auf dem Sportplatz in Vehlage durchgeführt.
1952 bestand Wilhelm Möllering die Meisterprüfung im Schmiedehandwerk und Werner Bretschneider kam nach Hedem.
Am 23. Juli 1954 bestand Werner Bretschneider die Meisterprüfung im Raumausstatterhandwerk bei der Handwerkskammer in Bielefeld.
Der damals 19 jährige Karl Schmidt übernahm nach dem frühen Tod seines Vaters die Bäckerei.
1957 fand in Hedem ein Maiumzug statt und in Alswede wurde ein neuer Fußballplatz gebaut. Seitdem spielt Hedem - Vehlage in Alswede. Albert und Maria Koch zogen 1958 nach Hedem.
1961 kam Maja Kemper nach Hedem.
Emmi Nolte heiratete den Tischler Robert Gogolin, der die Mühle weiterführte. Gogolin führte auch den Handel mit festen Brennstoffen ein. Die Mühle war noch bis etwa 1960 in Betrieb.

Vom 18. Dezember 1962 bis zum 5. März 1963 herrschte fast ununterbrochen eisiges Winterwetter. Die Kanalschifffahrt kam über mehrere Monate hinaus restlos zum Erliegen, die Frostschäden an den Strassen wurden für Westfalen – Lippe auf 40 bis 50 Millionen DM geschätzt. Die berüchtigten Winter von 1946/47. 1939/40 und 1928/29 wurden dabei noch übertroffen.
1962 nisteten nach Ostern 2 Störche auf dem Haus Hüffmeyer / Lusmöller, Nr. 16, und 3 Jungstörche kamen zur Welt.
Ein weiteres besonderes Ereignis war für die Feuerwehr 1962 die Übergabe des 1. Feuerwehrfahrzeugs , ein Tragkraftspritzenfahrzeug Ford Transit.
1964 erfüllte sich die Löschgruppe ein großen Wunsch, als das Gerätehaus eingeweiht werden konnte.
Karl Hucke war von 1964 bis 1972 Bürgermeister von Hedem. Weiter gehörte er von 1961 bis 1972 der Amtsvertretung Alswede an.
1965 wurde der Mittellandkanal auf 47 m verbreitert und eine Festlegung der Wassertiefe auf 4 m fand statt.
In den 60 -er Jahren wurden bei Schmidt hauptsächlich kleinere Lebensmittelgeschäfte mit Backwaren beliefert. Zudem betrieb man einen regen Gaststättenbetrieb, indem am Wochenende Hochzeiten und gesellschaftliche Feiern ausgerichtet wurden. 

1967 brannte das Haus von Hüffmeyer / Lusmöller  Nr. 16 ab. 

1968 übergab Karl Niemann die Möbelfabrik dann seinen Sohn Wilfried, der weitere entscheidende Schritte in den Aufbau der heutigen Niemann Möbelteile vollzog. Seit rund 30 Jahren versteht sich das Unternehmen als reiner Zulieferbetrieb der Möbelindustrie. Mit knapp 100 Mitarbeitern werden täglich ca. 12.000 Möbelteile hergestellt, vornehmlich Küchenmöbel und Badfronten aus beschichteten Spannplatten. Aber auch Bürotischplatten und Bauteile für die unterschiedlichsten Bereiche der Möbelindustrie werden geliefert.
1968 gab es einen besonderen Brand zu löschen, als der Hof Telkemeyer durch Brandstiftung ein Raub der Flammen wurde. Die Feuerwehrmänner waren damals über 20 Stunden an der Einsatzstelle im Dienst.
Das Geschäft an der Mühle wurde 1968 an den Landhändler Fritz Meier verkauft und Familie Gogolin zog nach Lübberstedt in die Lüneburger Heide.
In den Jahren 1971 bis 1973 wurde der Getmolder Hafen am Mittellandkanal ausgebaut. Mit über 800 m Kaimauer, welches als Liegeplatz für 10 Europaschiffe reichte, wurde er zum größten Industriehafen zwischen Minden und Osnabrück.

1972 gründete Dieter Niemann das Unternehmen Dinilux und es werden Sonnenschutz und Verdunklungsanlagen hergestellt.

Hedem hat  inzwischen seine Eigenständigkeit durch die Gebietsreform  von 1973 verloren und ist Teil der Stadt Pr. Oldendorf.

1973 wurde die Feuerwehr Hedem-Lashorst im Zuge der Gebietsreform zusammen mit Getmold und Schröttinghausen dem 3. Löschzug der städtischen Feuerwehr Pr. Oldendorf zugeordnet.

Alarm in Hedem                     
Nur um etwa 100 Meter verfehlte am 24. Januar 1973 eine zweisitzige Düsenmaschine der britischen Luftwaffe eine Fabrikhalle der Fa. Karl W. Niemann,  bevor sie auf eine Weide stürzte und  ausbrannte. Pilot und Copilot hatten sich  Sekunden vorher mit ihren Schleudersitzen herauskatapultieren und retten können. Feuerwehren deckten schon kurze Zeit später die brennenden  Wrackteile mit einem Schaumteppich zu.

Hedem befindet sich im Urstromtal der Weser und hat ausreichend Wasser in hervorragender Qualität. Der Kreis Herford baute in Hedem ein Wasserwerk und es ging 1974 in Betrieb.

Der Desteler Hartmut Hafer kaufte den Hof Albers und machte ein Landhandel auf. 
1974 wurde das TSF Löschfahrzeug mit einem Funkgerät ausgerüstet.
Anfang der 70er Jahre baute man den Getmolder Hafen mit über 800 m Kaimauer (Liegeplatz für 10 Euroschiffe) zum größten Industriehafen zwischen Minden - Osnabrück aus.
1976 eröffnet Bäckerei Schmidt die erste Filiale bei Kolck in Lübbecke. Ein Jahr später wurde der Marktkauf in Lübbecke, anschließend in Espelkamp, und weitere Filialen in Rahden eröffnet. 
Von 1976 - 1982 gab es Störche in Hollwinkel, sie hatten ihr Nest auf einem der Schornsteine des Schlosses.
Auf dem Wasserweg traf in Getmold eine schwere Gasturbine ein. Im Hafen wurde dann am 12.09.1980 die dort bisher schwerste Last umgeschlagen. und auf ein Spezialtransporter verladen. Dazu wurde der zweitgrößte Kran (600-t-Hubkraft) in der BRD eingesetzt, die 204  Tonnen schwere Gasturbine, die sich auf ihrem Weg aus den USA zum modernisierten Kraftwerk nach Kirchlengern befand, im Nachbarort umgeladen. Über Lashorst, Hedem, Alswede, Blasheim, Lübbecke und Quernheim  ging die Fahrt, wobei Hochspannungsleitungen, Bahnoberleitungen und Postleitungen abgeschaltet und angehoben werden mussten.

Karl Hucke hat von 1956 bis zur Kommunalen Neugliederung im Jahre 1973 dem Rat der früheren Gemeinde Hedem angehört. Während dieser Zeit war er von 1956 bis 1961 stellvertretender Bürgermeister und von 1964 bis 1972 Bürgermeister. Weiter gehörte er von 1961 bis 1972 der Amtsvertretung Alswede an. Nach der Kommunalen Neugliederung wurde Karl Hucke Mitglied des Rates der  Stadt Pr. Oldendorf. Hier schied er 1984 aus. Ihm wurde 1985 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Kurz nach ihrem 50-jährigen Bestehen erhielt die Löschgruppe 1979 ein Löschgruppenfahrzeug LF8 von der Firma Iveco-Magirus.

  Tennis als Vereinssport gibt es seit 1980 in Hedem. Am 18. November 1980 fand nach intensiven und langwierigen Vorbereitungen durch Horst Grabenkamp die Gründungsversammlung des Hedemer Tennisvereins (HTV) im Saal der Bäckerei Schmidt in Hedem statt.  Dazu waren 63 Mitbürger erschienen.  Die alte Schule wird zum Teil Clubhaus. Zur gleichen Zeit eröffnete Maja Bretschneider einen Tennisshop.

Karl Schmidt kauft 1982 einen Nachbarhof auf, um seinen mittlerweile gut florierenden Bäckereibetrieb weiter ausbauen zu können. Das Gaststättengeschäft wurde eingestellt.
Am 11.
02.1985 bestand Axel Bretschneider die Abschlussprüfung zum Datenverarbeitungskaufmann bei der Industrie und Handelskammer in Regensburg..
Am 21. Oktober richtete ein Orkan Millionenschäden im Altkreis Lübbecke an..
Der Bauausschuss der Stadt Oldendorf gibt am 24. Juli 1989 grünes Licht für die Planung eines Golfplatzes auf dem Gelände des Gutes Hollwinkel.

  Die Firma KFZ Rollmann wurde 1989 von dem Kraftfahrzeugmeister Frank Rollmann gegründet.
 Am 26. Januar 1990 richteten gewaltige Sturmböen im Altkreis Lübbecke verheerende Schäden an.
 1990 wurde der Bauernhof Mielke gegenüberliegend der Bäckerei zu einem Lebensmittelgeschäft und zu Lagerräumen umgebaut.
 Der Hedemer - Tennisverein feierte sein  zehnjähriges Bestehen mit einer Festwoche im September 1990.     
 Am 12. Januar 1991 wird die Große Aue zwischen Holzhausen und Rahden durch Heizöl verunreinigt.

Die Firma Finke&Holle Brennstoffhandel GmbH wird 1991 von den beiden alteingesessenen Einzelfirmen August Finke und August Holle (1904) gegründet. Heute werden Brennstoffe und Mineralöle angeboten..
Im Mühlenkreis Minden – Lübbecke lebten zu Beginn des Jahres 1992 etwa 298.771 Menschen, davon 48 % (143.378) männliche und 52 % (155.393) weibliche Personen. An versicherungspflichtige Beschäftigte wurden insgesamt 36,2 % der Bevölkerung registriert.. 43,7 % der Männer und 29,4 % der Frauen erwirtschafteten einen Umsatz von rund 8 Milliarden Mark.
1992 wurde die Dorfgemeinschaft Hedem ggegründet.
Interessante archäologische Funde machten Wissenschaftler im Oktober 1992 bei Erdarbeiten zu der MIDAL-Trasse (Midal: Mitte - Deutschland-Anbindungs- Leitung verbindet den Norden und Süden Ostwestfalen - Lippe von Warburg bis Rahden). Eine germanische Ansiedlung aus der Zeit um 500 v. Chr. wurde entdeckt.

Mit Hilfe eines neun Meter langen Bohrkopfes wurde im März 1993 über 208 Meter von der Nordseite des Kanals unter der Wasserstraße her Platz für die Rohrleitung (1 m Durchmesser) geschaffen. Die Kosten für diese Bohrarbeiten betrugen 3 Mio. Mark.
1993 wurde die Bäckerei Schmidt erweitert.
1994 übernahm Dirk Selle die Schmiede von Wilhelm Möllering.  
1998 fegten Unwetter über das Lübbecker Land. Am 2. Juni hinterließ es abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, überschwemmte Keller und umgerissene Strommasten. So auch am 28. Oktober, als sinnflutartige Regenfälle zu Überschwemmungen führten.  
Eine besondere Leistung wurde bei dem umgebauten Feuerwehrgerätehaus erbracht, das am 7.6.1998 eingeweiht wurde.
Acht Gärtanks und acht Lagertanks wurden vom Getmolder Hafen am 16. April 1999 zur Herforder Brauerei transportiert. Der Weg führte über Hedem, Alswede, Stockhausen, Lübbecke, Holzhausen, Bünde nach Herford. Dabei mussten reichlich Verkehrsschilder und Ampelanlagen abgebaut werden.  
In Hedem wurde im Jahr 2000 ein Maiumzug veranstaltet.
Anfang Oktober 2002 hat sich Wolfgang Schrodke nach über 30-jähriger Branchenerfahrung selbständig gemacht und den Lieferservice "Getränke Schrodke" eröffnet.
Vom 04.06.04 - 06.06.04 feierte die Löschgruppe Hedem-Lashorst ihren 75. Geburtstag. Zum Festprogramm gehörten neben viel Musik und Tanz auch ein Fackelumzug durch das Dorf, ein Schnelligkeitswettbewerb der Feuerwehren um den Stadtpokal und die Vorführung einer Höhenrettung. Für die kleinen Gäste war eine Feuerwehrabteilung aus Bielefeld mit einem lustigen Puppenspiel vor Ort. Beim großen Jubiläumsakt am Sonntag übergab Bürgermeister Hartmann Wünsch der Hedem-Lashorster Feuerwehrtruppe einen symbolischen Schlüssel für ihr neues Löschfahrzeug. In zahlreichen Grußworte wurden Verdienste und Einsatzbereitschaft der Löschgruppe Hedem-Lashorst gewürdigt. "Unter Einsatz aller Kräfte, bis hin zum Risiko für Gesundheit und Leben, setzen Sie sich für ihre Mitbürger ein", so Wehrführer Dr. Thomas Kunzemann.
Bäckerei Schmidt erweitert seine Produktionsfläche 2004 um weitere 1500 qm.
Wolfgang Schrodke hat im Dezember 2004 an der Straße Zur Schmiede 1 den Getränkemarkt "Trinkparadies Schrodke" eröffnet.
Im Sommer 2005 bezieht die Dorfgemeinschaft Hedem in der alten Schule frei gewordene Räumlichkeiten. Am 10. September feierte der Hedemer Tennisverein (HTV) sein 25 jähriges Jubiläum im Clubhaus.
Günter Lusmöller wurde im Mai 2006 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Er ist seit 1977 Vorsitzender des Heimatvereins Lashorst. Seit Jahrzehnten engagiert er sich in zahlreichen Ämtern in den umliegenden Ortschaften und in der Kommunalpolitik, als Ortsheimatpfleger und in der Kirchengemeinde.
Im September 2006 übernahm die Weser-Land-Handel GmbH die Hafer GmbH, da sich Hartmut Hafer aus Altersgründen zurückzieht.
Bäckerei Schmidt erweitert 2007 seine Produktionsfläche um weitere 1000 qm.
Wilhelm Möllering eröffnet im Herbst 2007 eine Rechtsanwaltskanzlei in der Dorfstraße 4.
Die Mitglieder des Sozialverbandes Hedem feierten am 02.08.08 ihr 60 jähriges Jubiläum. Axel Bretschneider zeigte eine Bilderpräsentation von Hedem.
Toni Schneider hat sich 2008 in Hedem mit seiner Gebäudereinigung selbständig gemacht.             

2009 hatte die Bäckerei Schmidt 45 Filialen und die Firma E-Technik Reimer wird gegründet.

Die Karl W. Niemann GmbH und Co. KG ist Zulieferer der Möbelindustrie und fertigt mit über 100 Mitarbeitern am heimischen Standort Möbelteile für den seriellen Möbelbau und den individuellen Innenausbau. Gegründet im Jahr 1832 wird das Familienunternehmen heute in der 5. und 6. Generation geführt. Gemeinsam mit ihrer Tochterunternehmung, der Niemann Formholztechnik GmbH & Co. KG verfügt sie über 4 Vertriebs- und Produktionsstandorte in Deutschland, Tschechien und Südafrika und über 3 Vertriebsgesellschaften in Polen, Brasilien und Italien. Heute umfasst die Niemann Gruppe weltweit rund 250 Mitarbeiter.

   

Sommerfest 2013

Ein voller Erfolg war das Sommerfest auf Schloss Hollwinkel am 08.06 - 09.06.2013. Zahlreiche Besucher strömten bei sommerlichen Temperaturen zu dem idyllisch gelegenen Wasserschloss in Hedem, per Auto, per Fahrrad oder auch zu Fuß. Zu gucken gab es genug, die Stimmung war ausgelassen und harmonisch.

02.05.13 Feuerwehr fischt Dachs aus dem Kanal

Zu einem ungewöhnlichen Einsatz wurde die Feuerwehr gerufen. Spaziergänger hatten am Kanal in Hedem einen "Dachs in Seenot" beobachtet. Die Feuerwehr ließ ein Motorboot zu Wasser, fischte den schwarzweißen Schwimmer heraus und setzten ihn kurzerhand wieder an Land.

 dinilux® Licht- und Sonnenschutzsysteme GmbH & Co. KG von Dieter Niemann firmiert am 01. November 2013 als HELIOSWERKE® GmbH & Co.
Am 05.01.2016 verunglückte abends ein LKW bei Blitzeis am Transformatarhäuschen und über 200 Haushalte im Dorf hatten keinen Strom.

In der Zeit vom Samstagabend den 15.04.2017 bis zum Vormittag den 16.04.2017 am Ostersonntag kam es zu Vandalismusschäden an der Kanalbrücke 108 in Hedem. Unbekannte haben mutwillig 4 Bäume am Mittellandkanal mit der Axt gefällt. Der Schiffsverkehr war beeinträchtigt, weil ein gefällter Baum ins Wasser hineinragte. Außerdem wurde die Schranke zum Betriebsweg mit roher Gewalt zerstört. Der Schaden: mehrere tausend Euro.
Die Dorfgemeinschaft Hedem begeht am 27.08.2017, mit einem Grillfest ihr 25 jähriges Bestehen und der Bouleplatz wird eingeweiht..

 

Einwohner in Hedem     1818   1832   1843   1858    1871   1895   1931   1970   1997    1998   2000    2002    2008     2014 
                                        478     575     717     568     637      530     459     553    717      802     828      839      747       633

Hedem  ist ein Ort mit 633 Einwohnern (01.08.2014) am Mittellandkanal und ein Stadtteil von  Pr. Oldendorf im nordrhein - westfälischen Kreis Minden - Lübbecke.

Wie mögen wohl die Menschen früher gelebt haben? Wir können es uns heute kaum noch vorstellen. Was wir wissen, haben wir aus historischen Berichten oder aus Museen. Arm waren sie, die Menschen in Hedem. Immer mussten sie ihren Lebensunterhalt durch harte Arbeit in großer Abhängigkeit verdienen. Das kleine Dorf hat viel gesehen und überstanden: die Reformation mit dem nachfolgenden Dreißigjährigen Krieg, den siebenjährigen Krieg, die Napoleonischen Feldzüge, die Gründung des Deutschen Reiches, den I. Weltkrieg, den II. Weltkrieg und seine Folgen bis zur Wiedervereinigung. Die Menschen haben gute und schlechte Zeiten gesehen. Immer aber haben sie zusammengehalten Eine lebendige Gemeinschaft hat ihnen geholfen, auch schwierige Zeiten zu bewältigen. Dies gilt auch heute noch.