Home 24.12.11
Ein kleiner Vorspann über die Besiedlung unserer Region. Wir gehen in die Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung zurück. Südskandinavien, Dänemark und das Gebiet zwischen Ems und Oder bildeten den Lebensraum der Germanen vor dreitausend Jahren. Aus diesem dicht bewaldeten, feuchten und rauhen Landstrich, wo der Ackerbau oder die Fischerei nur beschränkt möglich war, drängten die sich stark vermehrenden Germanen etwa 300 v. Chr. heraus. Um bessere Lebensbedingungen zu finden, breiteten sie sich dabei bis zum Rhein und der Weichsel und südlich überwiegend bis zu den Mittelgebirgen aus.Babilonie germanische Brunnen Varus-Schlacht Kalkriese
Seit dem 6. Jahrhundert kam es nach der archäologischen
Siedlungsforschung in Norddeutschland zu einer Siedlungsbewegung der Sachsen von
Norden nach Süden. Um 700 nach Christi Geburt hatten die Sachsen bereits das
Wiehengebirge überschritten und waren nach Süden sich ausbreitend bis an die
Lippe vorgedrungen. Die hier wohnenden Völkerschaften, die germanischen
Angrivarier und südlich davon die Brukterer, wurden in den sächsischen
Stammesverband integriert. Zu einer Auslöschung dieses Stammes ist es offenbar
nicht gekommen.
Widukind, der Sachsenherzog. - Er wehrte sich erbittert mit seinen
Mannen gegen das Eindringen der Franken. Die Nachbarschaft der Sachsen als ein
unabhängiges Volk war für Karl den Großen nicht tragbar. 775 n. Chr. wird
Lübbecke namentlich erwähnt, denn bei "Lidbeki" fanden während
eines Zuges Karl des Großen Kämpfe gegen die Sachsen statt. Widukind (auch
Wittekind genannt) führte die Sachsen bei einem Vorstoß sogar bis Koblenz
(779), kämpfte an der Hase (782), unterwarf sich dann doch den Franken (785)
und ließ sich taufen. Man verehrte den Sachsenherzog, der sich so für sein
Volk eingesetzt hatte. Burgen, Berge, Höhen und Quellen wurden nach ihm
benannt.
Karl der Große König der Franken 747
- 814 Home
Der Zehnte war eine von Karl dem Großen in Sachsen im Jahre 782 eingeführte Abgabe auf Feldfrüchte und Vieh zugunsten der neugegründeten Bistümer in Sachsen. Später wurde der Zehnte ein Handels- und Lehnsobjekt. Karl der Große gründet um 800 das Bistum Minden.
Heinrich der I., Gründer des Deutschen Reiches. - Als Herzog
Heinrich von Sachsen (seit 912) wurde er im Jahre 919 in Fritzlar zum König
gewählt. Heinrich schuf die Vereinigung des Reiches als er im Jahre 933 mit
einem aus allen Stämmen bestehenden Heer gegen die Ungarn erfolgreich kämpfte.
977 verleiht Kaiser Otto II. Bischof Bilo von Minden das Markt-, Münz- und
Zollrecht.
Der
Bischof von Minden
hatte ursprünglich
rein geistliche und kirchliche Aufgaben. Für die weltliche
Herrschaft waren vom
deutschen König ernannte Grafen zuständig. Die
Kirchengüter des Bistums Minden
wurden von einem weltlichen Stiftsvogt
verwaltet.
Auch die Herzöge von Sachsen
waren Stiftsvögte. Mit der Zeit ließ sich diese
von
Karl dem Großen eingeführte
Aufteilung der Befugnisse nicht halten und auch
die
Bischöfe erhielten von den
deutschen Königen und Kaisern zunehmend weltliche
Aufgaben.
Nach der Absetzung des welfischen Herzogs von Sachsen, Heinrich der Löwe im
Jahre 1180 wurde das Herzogtum geteilt. Dadurch waren den
Territorialbestrebungen der Bistümer und des Hochadels Tür und Tor geöffnet.
Mit dem gezielten Erwerb von Grundherrschaften und der Anlegung von Burgen
versuchten auch die Bischöfe von Minden, in ihrer Diözese die Landesherrschaft
zu
erringen.
Wilhelm von Hedeme wird
anlässlich eines Hof- und Landverkaufs am
14. April 1233 in einer Urkunde des
Mindener Bischofs Dietmar erwähnt (Westfälisches Urkundenbuch).
Um 1240 wird ein Herr W. von Hedinge (Hedem) im
Kirchenspiel
Alswede erwähnt.
Hedem gehörte im 13. Jahrhundert zum Bistum Minden.
Um 1300 belehnt der Bischof Ludolf von Minden den
Ritter Heinrich von Aspelkamp mit dem Zehnten von Hüffe. Am 2. Juni 1239 pachtete Burchard von Getmunde für vierzig Mark vom Stift
Levern einen Zehnten in Hedem.
Bertram von Hedem wird neben Gerard von Offlethen am 9. April 1244 bei einer
Übertragung von Gütern an das Kloster Levern genannt. Hedem wird 1253 beim Verkauf eines Zehnten in Stemshorn an das Kloster Levern
aufgeführt.
St. Andreas Kirche Alswede Reineburg
Die St. Andreas Kirche von Alswede war eine
Eigenkirche der Grafen von
Tecklenburg. Die Grafen werden vielleicht im 12. Jahrhundert die Kirche in
Alswede, zunächst als Kapelle gegründet haben. Ein später größerer
Kirchenbau
soll nach der Überlieferung von den Steinen der zerstörten Mesenburg auf dem
Mesenkopf erbaut worden sein. Dies lenkt den Blick auf die starke
grundherrschaftliche Präsenz der Grafen von Tecklenburg im Westen des Bistums Minden und insbesondere im Kirchenspiel
Alswede.
Auch in Hedem gehörten mehrere Bauernhöfe den Grafen von Tecklenburg.
Im Jahre 1350 wurde der Ritter Johan von Lübbecke
mit dem "Hollwinkel" belehnt. Das Geschlecht von Lübbecke welches der
Stadt Lübbecke seinen Namen entlehnt hatte, kommt schon früh im Stift Minden
vor. Er sollte nämlich von der Burg Hollwinkel aus den Westen des Bistums
Minden gegen die Grafschaft Ravensberg und das Fürstenbistum Osnabrück
sichern, nachdem das Bistum Minden spätestens 1325 die Burg Limberg an die
Grafschaft Ravensberg verloren hatte.
Limberg
/ Burg Limberg / Amt Limberg
1530 erlässt der Mindener Rat für alle Mindener Bürger eine evangelische Kirchenordnung. Home
06.04.1611 Verkauf eines Hofes zu Hedem (Amt Reineberg), durch Hermann von Westorpff an den Rittmeister von Schloen, genannt Gehlen.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) zog Tilly mit seinen Truppen durch das Bistum Minden
und schlug 1623 sein Hauptquartier mit 150 Soldaten und 82 Pferden für kurze
Zeit in Lübbecke auf. Ähnlich erging es Lübbecke auch in späteren Jahren.
Doch auch schon 1626 zogen Kaiserliche Truppen unter Herzog Ernst von
Sachsen-Weimar durch Oldendorf und 1627 die Ligisten.
Ein Kommando unter dem dänischen Obristen Isaak Lardin von Limpach versuchte am
6. Januar 1626 Lübbecke einzunehmen. Stadttore wurden berannt, Torflügel
weggebrannt und die Stadt beschossen. Doch konnte die kaiserliche Besatzung
unter dem Leutnant Johann von Wendt, die damals die Stadt beherrschte, den
Angriff abwehren und die Einnahme verhindern. Lübbecke wurde im August
1626 im militärischen Sinne selbständig, als die kaiserliche Besatzung
abgezogen wurde. Das damit verbundene Risiko versuchte man dadurch zu
verringern, dass 50 Soldaten angeworben wurden. Doch auch sie konnten nicht
verhindern, dass die Stadt 1627 vom Obristen Ladrin berannt, eingenommen und
geplündert wurde.
Ende Februar 1633 kam das
erste Königliche Schwedische Regiment nach Lübbecke. Zwei Kompanien zu Fuß
unter Capitain Platen. Im Juni 1633 nahm der Fürstliche Hessische General
Melander mit 1500 Soldaten in Lübbecke das Hauptquartier. Die Schweden und
Hessen wechselten sich ab. Das ganze Geschehen weitete sich aus. Im September
1644 haben die Hessen unter dem Generalmajor Gysen in Holzhausen. Pr. Oldendorf
und Harlinghausen logieret und übel gehaust.
Im Jahre 1646 hatte Hedem im Amt Reineberg 45 bäuerliche Stätten.
Die beiden Verhandlungsorte Münster und Osnabrück dagegen bildeten inmitten des Krieges Inseln des
Friedens, denn hier hatten sich 37 ausländische und 111 deutsche Gesandte zum
Friedenskongress eingefunden. Die Bevölkerungsverluste entstanden ebenso sehr
durch die Begleiterscheinungen des Krieges. Hungersnöte und daraus
resultierende Krankheiten, besonders die Pest in den Jahren 1635 - 1637. Durch
den Westfälischen Frieden (Osnabrück - Münster) 1648 wird das Fürstentum Minden zu dem Kurfürsten
von Brandenburg zugesprochen.
Die Entwicklung Hollwinkel vom 13. Jahrhundert bis heute wird auf den Seiten vom Schloss Hollwinkel beschrieben.
Hollwinkel Preußen Fürstentum Minden Home
1723 wird Minden Verwaltungszentrum für die
Provinzen Minden, Ravensberg, Tecklenburg und Lingen. Auch wurde die Reineburg auf Befehl des
Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I. auf dem Reineberg abgebrochen. Die Steine
wurden teils zur Errichtung des Mindener Regierungsgebäudes, zum anderen Teil
zum Bau eines neuen Amtshauses im Amt Reineberg genutzt (heute Landwirt Niemeyer,
Reinberger Felde).
König Friedrich II., der Große ( "Der
alte Fritz"), wurde 1740 erster Diener seines Staates in einem schweren
Jahr. Es herrschte Hungersnot. Sein politisches Ziel war eine Großmacht
Preußens. Er war den Wissenschaften und den Musen sehr zugetan. Eine neue
Dorfordnung wurde am 7. Februar 1755 von König Friedrich II. erlassen. Der
preußische König besetzte Sachsen und kämpfte gegen Österreicher, Franzosen,
Russen und Schweden.
Schacht von Minden am 1. August 1759
Minden
Eine
der wichtigsten, aber in Deutschland kaum bekannten Schlachten war die bei
Minden am 1. August 1759. Bei der Schacht von Minden besiegt Herzog Ferdinand von
Braunschweig als Oberbefehlshaber eine Koalitionsheeres (Engländer,
Hannoveraner, Braunschweiger, Hessen, Schaumburg Lippe und Preußen) ein
französisch-sächsisches Heer. Sie stellte für Frankreich eine entscheidende
Niederlage bei dem Versuch, Nordwestdeutschland zu kontrollieren dar. Englische
und nordwestdeutsche Truppen verhinderten dies in der genannten Schlacht.
Nachdem kurze Zeit später es den Engländern auch gelang, Quebec (Kanada) zu
erobern, waren zwei wichtige Vorentscheidungen in der englisch-französischen
Auseinandersetzung gefallen. Preußen spielte allerdings in der Auseinandersetzung bei Minden keine Rolle, weshalb in der preußisch-deutschen
Geschichtsschreibung dieses Ereignis kaum beachtet wird.
Berlin wurde 1760 vorübergehend besetzt und
gebrandschatzt, die Wirtschaftskraft Preußens zur Erschöpfung gebracht. Auch
die Gegend hier wurde durch den dritten schlesischen Krieg (1756 - 1763) hart
heimgesucht. Durchziehende Truppen und Einquartierungen in Oldendorf und
Holzhausen lösten einander ab, mal waren es alliierte deutsche Truppen, mal
waren es Franzosen. Sie forderten Kontributionen; Lieferungen von Heu, Stroh,
Hafer; Gestellung von Fuhrwerken für die Franzosen. Die Hausbewohner
flüchteten in die Berge. In Holzhausen lagerten einmal 14.000 Mann. Kein Zaun,
keine Planke, keine Hecke, kein Baum war nach dem Abzug verschont geblieben und
als Brennholz verwandt.
1761 Schuldienst zu Hedem im Amt Reineberg.
Aufruhr in Hedem: 1781 Bestrafung der Eingesessenen zu Hedem, Meyer, Arensmeyer
und Wulff, als Anführer des Aufruhrs zu Hedem gegen die Markenteilung.
1802 wurde in Hedem ein Schulhaus erbaut.
Das europäische Gleichgewicht wollte man wieder herstellen und begann 1805 mit
dem dritten Koalitionskrieg gegen Frankreich.
1806 Fürstentum Minden, Amt
Limberg, Vogtei Alswede, Bauerschaft Hedem Home
1806 wird das Land hier von
Franzosen besetzt und dem Königreich Westfalen zugeschlagen. Napoleon gründete 1806 den
Rheinbund. Preußen hatte sich bis dahin neutral verhalten, forderte jetzt aber
Frankreich auf, die besetzten deutschen Gebiete zu räumen. Daraufhin begann der
Krieg Frankreichs gegen Preußen und Russland.
1807 - 1813 Kaiserreich Frankreich, Königreich Westfalen, Distrikt Minden, Kanton Oldendorf
1807 flüchtete der preußische
König Friedrich Wilhelm III. nach Memel. Der "Frieden von Tilsit" am
09. Juli 1807 gab der großen Auseinandersetzung Napoleons mit Preußen einen
vorläufigen Abschluss. Am 15. November 1807 wurde die Konstitution des Königreichs
Westfalen in Paris veröffentlicht und Napoleons jüngster Bruder Jerome zum König
bestimmt. Das Decret vom 24. Dezember 1807 teilte das Königreich Westfalen in
acht Departements ein. Das Weserdepartment, dessen Hauptstadt Osnabrück war,
setzte sich aus den Districten Osnabrück, Bielefeld und Minden zusammen. Die Bauernbefreiung, die Städteordnung und die Behördenreform
wurden durchgeführt. Neben der unausgereiften Gesetzgebung erschwerte auch die
Finanznot der Bauern einen Ablösungsprozess. Über den Rücken des
Wiehengebirges zog man dann im Jahre 1810 eine Reichsgrenze. Börninghausen und
Oberbauerschaft gehörten weiterhin zu Westfalen, nördlich des Wiehengebierges
war man dem Kaiserreich Frankreich einverleibt.
Aus außenpolitischen Gründen nahm Napoleon laut Senatsbeschluss vom 13.
Dezember 1810 Holland, die Hansestädte und alle Gebiete nördlich einer von
Einfluss der Lippe in den Rhein über Haltern, der Ems bis Telgte und dem
Einfluss der Werre in die Weser über Minden bis zur Stadt Lauenburg an der Elbe
gezogenen Linie in Besitz, um als Herr des Stromgebietes zwischen Schelde und
Elbe die Kontinentalsperre gegen England besser durchzuführen zu können. Es wurden von den Franzosen
nicht nur hohe Steuern verlangt, sondern auch Vorspanndienste und vieles mehr.
Die Bauernschaft Getmold verjagte eine ganze Kompanie französischer Söldlinge
und Oldendorf lebte in ständigen Kämpfen mit den Franzosen. Der Widerstand
gegen die napoleonischen Fremdherrschaft mit den immer mehr drückenden Lasten
erwachte nach und nach in den deutschen Ländern. Die nationale Bewegung in
Preußen drängte den König 1813, sich mit dem Zaren zu verbünden und zum
Kampf gegen Napoleon aufzurufen. Mit dem Sieg 1813 der vereinigten Truppen
Preußens, Österreichs und Russlands begann das Ende der napoleonischen
Herrschaft über Europa. Zu einem raschen Zusammenbruch der französischen
Herrschaft östlich des Rheins führte die Völkerschlacht zu Leipzig (16. -
19.10 1813). Die französischen Beamten flohen mit dem Rückzug ihrer Armeen und
das Königreich Westfalen löste sich auf. Das 3. Preußische Korps unter dem
Generalleutnant von Bülow nahm am 7. November 1813 das Fürstentum Minden und
die Grafschaft Ravensberg wieder für Preußen in Besitz.
Am 25. Mai 1815 übernahm Freiherr von Vincke das Amt des Oberpräsidenten der
Provinz Westfalen. Fürstentum Minden und Grafschaft Ravensberg bildeten
zusammen mit dem Fürstentum Paderborn und Corvey, den Grafschaften Rietberg und
Rheda und dem ehemals osnabrückischen Amte Reckenberg den Regierungsbezirk
Minden unter dem Regierungspräsidenten Freiherr von der Horst.
1816 wird Minden preußische
Regierungsbezirksstadt. Am 1. August 1816 nahmen neue Behörden in den
Provinzen ihre Tätigkeit auf. Im Anschluss daran wurden 12 Kreise gebildet; an
ihrer Spitze standen Landräte. Landrat des Kreises Rahden, zudem auch Pr.
Oldendorf gehörte, war von dem Busche-Münch zu Benkhausen. Er hatte eine
bewegte Vergangenheit hinter sich. Er war unter anderem in der
"französischen Zeit" Kammerjunker von König Jerome in Kassel gewesen
und hatte 1812 am Feldzug Napolons gegen Russland teilgenommen. Als
Regierungspräsident war Freiherr von der Horst zu Haldem eingesetzt.
In den Jahren 1816 / 17 sowie 1830 / 31 und 1846 / 47 gab es in Westfalen
schwere Erntekrisen mit allen ihren Folgeerscheinungen. Für die Provinz
Westfalen wurde am 25.09.1820 das "Gesetz die gutsherrlichen und
bäuerlichen Verhältnisse betreffend" erlassen. Es übernahm die Aufhebung
der Leibeigenschaft sowie die Aufhebung der Dienste und Verpflichtungen aus der
französischen Gesetzgebung. Die wirtschaftliche Lage in der Landwirtschaft nach
1820 war schlecht und die Ablösung der bäuerlichen Lasten dauerte
Jahrzehnte.
Am 01. Januar 1832 wurde der Kreis Lübbecke gebildet. Der neue Landkreis Lübbecke mit der Stadt Lübbecke als Hauptort und Sitz der landrätlichen Behörde hatte 42.592 Einwohner. Davon waren 42.227 evangelischer Konfession, 93 Katholiken. 1 Mennit und 271 Juden. Landrat war Georg von dem Bussche-Münch zu Benkhausen, Kreisdeputierte waren Freiherr von der Horst zu Hollwinkel und Freiherr von der Reck zu Obernfelde, als Kreissekretär fungierte Heidsieck zu Hollwinkel. Die neue Kreisstadt mit 318 Häusern und 2347 Einwohnern war von Mauern, Wällen und Gräben umgeben. Kollegiatsstift, Tabakfabriken, Gerbereien, Branntweinbrennereien und Handel mit Seidensachen waren die vorzüglichsten Nahrungszweige der kleinen Stadt. Zwischen 1818 und 1843 hatte sich die Bevölkerung Westfalens um 31 % vermehrt.
1832 Bürgermeisterei Alswede 3735 Einwohner, davon Bauernschaft Hedem 575 Einwohner (Quelle Westfalenlexikon)
Am 15. September 1832 gründete Friedrich Wilhelm
Wilke seine Tischlerei.
Im 18. Jahrhundert gab es Schürfversuche im
Wiehengebirge in Pr. Oldendorf; 1840 nahm die Kohlenzeche Amalia ihren Betrieb
auf, deren Spuren in Form von Pingen und den Resten eines Haspelschachtes noch
an der Bergstraße zu sehen sind. Nach zeitweiligen Stillstand übernahm der
Hotelbesitzer Rudolph aus Hannover das nun nach ihm benannte Bergwerk und
erweiterte die Anlage durch das neue Bergwerk Rudolph II mit einem 852,2 Meter
langen Stollen, dessen Mundloch sich an der Landesgrenze bei Dahlinghausen
befand. Der eingefallene Stollen ist heute noch zu sehen. Gefördert wurde eine
brennbare, als Steinkohle angesehene Masse.
1842 wurde die Privatbrauerei Ernst Barre in Lübbecke gegründet.
1843 wurden im Kreis Lübbecke 11 Ämter gebildet: Alswede, Blasheim,
Börninghausen, Dielingen, Gehlenbeck, Holzhausen, Levern,
Oldendorf, Rahden, Schnathorst und Wehdem. 1847 wird die Köln - Mindener
Eisenbahn eingeweiht. Die schwere Agrar- und Hungerkrise im Jahre 1847 und die Not der Spinner und
Weber in den Dörfern allgemein führte im März 1848 vielerorts zu Tumulten. In
Alswede rüstete man sich zum Sturm auf Schloss Hüffe, um an die Waffen der
Jagdbediensteten zu kommen. Der Landrat des Kreises Lübbecke, von der Horst,
schickten per Eilstafette Hilferufe nach Minden und baten um militärischen
Schutz
oder Waffenlieferungen. Der Amtmann Carl Ludwig Sprengepiel von Alswede floh.
Im Mai 1848 gab es dann
schließlich die ersten allgemeinen und indirekten Wahlen, an der erstmalig alle
selbständigen männlichen Einwohner über 24 Jahre teilnehmen durften. Nach
1849 nahm das Amt Schnathorst den Namen Hüllhorst an. Ab 1. Januar 1855 wurde
Hundesteuer erhoben.
1867 übernahm Heinrich Friedrich Wilhelm Wilke die kleine Tischlerei von seinem
Vater.
Am 18 Januar 1871 wurde im Spiegelsaal des
Versailler Schlosses König Wilhelm I. zum Kaiser ausgerufen. Das Deutsche Reich
wurde in der kleindeutschen Form ohne Österreich und unter der Führung
Preußens gegründet. Otto von Bismark wurde zum Reichskanzler ernannt.
Vorausgegangen war der deusch - französische Krieg, die Kapitulation
Frankreichs, Napoleon III. in deutscher Kriegsgefangenschaft. In Hedem und Hollwinkel lebten 1871 637 Einwohner.
1873 wird die Festung Minden aufgehoben. Davon waren 10 Analphabeten. Dies entsprach 2,2 %.
Müller Casper Heinrich Niederbremer kaufte von dem Landwirt Wiehe Nr. 5 Hedem ein Stück Ackerland
und ließ sich 1879 ein Wohnhaus und 60 m südlich eine
Windmühle
errichten mit der Hausnummer 50.
1880 wird die Schmiede Möllering gegründet.
Herr Lehrer Steinmann beging am 16.07.1881 sein 50-jähriges Jubiläum als
Lehrer. Bei guter Gesundheit und Rüstigkeit feierte er zugleich auch 50 Jahre
Dienst in der Gemeinde Hedem, die ihn für dieses Doppeljubiläum besonders
auszeichnete.
Bevor das letzte Jahrzehnt im 19. Jahrhundert begann, bestieg im sogenannten
Dreikaiserjahr Wilhelm II. den Thron (der greise Kaiser Wilhelm I. und schon 99
Tage später sein Sohn und Nachfolger Friedrich III. starben im Jahre 1888).
Unter Überspringen einer Generation gelangte die Herrschaft an den noch sehr
jungen Wilhelm II., der sogleich selbst politisch die Fäden in der Hand halten
wollte. Der Konflikt mit dem Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten
Otto von Bismark, der unter Wilhelm I. freie Hand hatte, war vorprogrammiert.
Der Kanzler verlor schließlich den Machtkampf und wurde am 29. März 1890 in
Berlin mit großem Bahnhof verabschiedet. Er selbst sprach von einem
Leichbegräbnis erster Klasse. General von Caprivi wurde sein Nachfolger.
Am 7. / 8. September 1889 lag der Stab des 4. Bat. - Inf. - Reg. Nr. 16 mit 1
Stabs-Offizier, 4 Offizieren, 12 Mann, 4 Pferden und 1,5 Komp. desselben
Bataillons: 7 Offiziere, 227 Mann und 2 Pferde in Getmold.
Einen interessanten Tausch brachte 1890 der deutsch / englische Vertrag mit
sich. Deutschland trat Sansibar an England ab und erhielt dafür Helgoland.
Am 20.07.1891 kauften Charlotte und Wilhelm Schmidt die Schankwirtschaft Wiehe.
Der Weg, welcher von Alswede über Hedem und Lashorst nördlich vom Dorf Getmold
in die Kreisstraße Getmold - Destel mündet, wurde 1893 von der Provinz
Westfalen und dem Kreis Lübbecke ausgebaut.
1895 Hedem Bauerschaft in Deutschland, Königreich Preußen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Minden, Kreis Lübbecke, Amtsgericht Lübbecke, Postbezirk Alswede, Einwohner 530 (Quelle Hic Leones). Home
1897 übernahm Wilhelm Wilke die kleine Tischlerei
von seinem Vater.
1899 wurde die erste Eisenbahnstrecke (Bünde - Rahden) durch den Kreis
eingeweiht.
Mit dem 1. Kalendertag im neuen Jahrhundert traten auch das Bürgerliche
Gesetzbuch und das Handelsgesetzbuch in Kraft. Deutschland hatte 56 Millionen
Einwohner. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag bei 40 bis 50 Jahren. Das
Einkommen pro Kopf der Bevölkerung betrug 504 Mark. Die deutsche Wirtschaft
hatte ein schnelles Wachstum.
Am 9. August 1900 gab es den ersten Eisenbahnverkehr der Wittlager Kreisbahn in
Pr. Oldendorf (Haltestelle Holzhausen - Heddinghausen).
Ein Ereignis für die kleine Stadt am Wiehengebirge und für die Dörfer in der
Nachbarschaft, nun dem großen Weltverkehrsnetz angeschlossen zu sein. Das
bedeutete zugleich Aufschwung und Fortschritt in der Region.
Die mächtigen Schritte und Ideen von der
Gründerzeit her in das neue Jahrhundert drangen auch ein wenig in die kleinen
Gemeinden. Das industrielle Zeitalter, und mit ihm auch die Zeit unzähliger
Erfindungen, fragte auf einmal nach Elektronikern und Telefonistinnen. Die schon
lange erfundene Schreibmaschine wurde jetzt richtig populär. Julius Maggie
Suppenwürfel und Dr. August Oetkers Backpulver waren längst ein Begriff.
Großes Interesse zeigten die Landwirte für die Gründung einer Ein- und
Verkaufsgenossenschaft auf Amtsebene. Man schloss sich am 1. Mai 1900 der
Genossenschaft Dortmund (mit bereits 30 Filialen), der
Viehverwertungsgenossenschaft für Deutschland und dem Genossenschaftsverband
des Bundes der Landwirte an.
1901 wurde die Bäckerei Schmidt gegründet.
Der begeisterte Radler Gottlieb Lohmeier aus Lashorst verkaufte Fahrräder und
reparierte sie. Er half den ersten mutigen Anfängern auf das ungewohnte Rad,
lernte ihnen Balance zu halten, brachte Mobilität in die umliegenden Dörfer.
1903 kam es zur Entwässerung des Hedemer Bruchs.
Faustdicke Eisklumpen mitten im Sommer zerschmetterten Dachziegel,
Fensterscheiben und die ganze Ernte. Über Pr. Oldendorf und Holzhausen war am
29. Juni 1903 ein schweres Unwetter gezogen. Entwurzelte Bäume, eingestürzte
Wohnungen und die vernichtete Ernte brachten großes Elend über die
Bevölkerung am Fuße des Limbergs. Nur durch die großzügige Hilfe der
Nachbarämter konnte die Not der geschädigten Bevölkerung gemildert werden.
1904 gründete August Holle eine Kohlenhandlung und einen Landhandel.
Das Verkaufssortiment entwickelte sich vom Brennholz bzw. Brenntorf über die
Steinkohle zum Heizöl. Der Transport erfolgte zunächst mit Handkarren und
später
mit Pferdefuhrwerken, Lastkraftwagen und Tanklastwagen.
1904 backte Karl Schmidt das erste Brot in Hedem. 1904
gründete August Holle eine Kohlenhandlung und einen Landhandel.
1904 begann man mit dem Bau des Mittellandkanals.
Am 1.4.1905 wurde der Ems - Weser - Kanal
durch das Preußische Wasserstraßengesetz die Freigabe für ein Bauvorhaben bis
Hannover erteilt (dritte große Kanalvorlage im April 1904). Der vorhergehende
(1899 - 1901) abgelehnte zweite Plan der preußischen Regierung sah noch einen
Kanal mit der Bezeichnung Rhein - Weser - Elbe vor.
1905 wurde die Hollwinkler
Ölmühle an den Müller Pieper verpachtet.
Maurermeister Gülker aus Hedem baute 1906 das
neue Amtshaus in Pr. Oldendorf.
An der Berliner Straße in Pr. Oldendorf wurde im Jahr 1907 ein Kanalbauamt
eingerichtet. Ein Jahr später begann man mit den Vermessungsarbeiten des
Rhein-Leine-Kanals, wie man ihn zu dieser Zeit bezeichnete. Das Wasser zur
Speisung des Kanals sollte der Weser entzogen werden. Rechtzeitig wurde daher
schon 1908 mit dem Bau der Edertalsperre (200 Mill. Kubikmeter) als
Wasserreservoir begonnen und bis 1914 fertiggestellt.
1908 wurde die Molkerei Fiestel gegründet.
Bis zum 2. August 1909 war es mit viel Mühe
und Zeit verbunden, Wasser in Flachsgruben, sogenannte "Röthekuhlen"
zu bekommen. In Hedem stellte man einen Stuhl in die Große Aue und lud dann mit
einer Schaufel über den westlichen Damm das Wasser in die Gruben. Auch wenn man
es mit Eimern dorthin trug, war das sehr zeitraubend. Kolon Finke benutzte einen
großen Schlauch, lud ihn voll Wasser und verstopfte beide Enden mit einem
Stöpsel, welche er mit Lappen umwickelt hatte. Hierauf legte er das eine Ende
in die Große Aue und das andere Ende in die Flachsgrube. Zu gleicher Zeit
wurden beide Stöpsel herausgezogen und das Wasser floss ununterbrochen in die
Grube. Dieser Einfall sprach sich schnell herum und fand viele begeisterte Anhänger.
Heinrich Niederbremer
übernahm um 1910 die väterliche Windmühle.
Die Firma Grün & Bilfinger aus Mannheim
führte hier die Erdarbeiten aus und es wurde auch nachts
gearbeitet. Auch wurden italienische Bauarbeiter eingesetzt. Für die Brücken am Kanal im hiesigen Raum wurde 1911 das Material
bereitgestellt und im Herbst 1912 bekamen sie schon ihren Anstrich. Am 20. Oktober 1912 waren bei der Kanalbrücke in Hollwinkel mehrere Anstreicher
am arbeiten. Plötzlich brach ein Balken im Gerüst und es fielen 3 Arbeiter
herunter. Zwei davon haben anscheinend schwere Verletzungen davon
getragen, während der eine mit einer kleinen Verletzung davon kam.
Der Mittellandkanal, der bei Bergeshövede aus dem
Dortmund-Ernas-Kanal abzweigt und nach etwa 320 Kilometern bei Magdeburg endet,
wurde zu einem Zeitpunkt in Betrieb genommen, als die Welt den Atem anhielt.
Am
28. Juni 1914 wurden in Sarajewo der österreichische Erzherzog Franz Ferdinand
und seine Frau von einem serbischen Nationalisten erschossen. Aufgrund der
damaligen Bündnispolitik, einer ausgesprochen nationalistischen Einstellung auf
allen Seiten, wirtschaftlichem Konkurrenzdenken, das vor Waffengewalt nicht zurückschreckte,
und eines zuvor noch nicht gekannten Wettrüstens
kam es bald zu den
kriegerischen Auseinandersetzungen des Ersten Weltkrieges, der mit der militärischen
und wirtschaftlichen Niederlage Deutschlands endete.
Bereits am 4.11.1914 machte das Motorboot Aue die erste Testfahrt auf dem neuen
Ems - Weser - Kanal. Als erster Dampfer befuhr am 20.12.1914 der Salondampfer
Schwalbe dieses Teilstück.
Am 6. März 1915 bei der Schneeschmelze schwappte das Wasser der
Großen Aue in einer starken Biegung im Hollwinkler Park auf einer Länge von 3
Meter über den Damm und verwandelte das ganze Gelände schnell zu einem großen
See. Hilferufe drangen damals aus zwei einzelnen, dicht am Kanal liegenden
Heuerlingshäusern. Durch einen mühsam herangefahrenen Wagen wurden die
Einwohner sowie das Vieh in Sicherheit gebracht.
Vom Krieg überschattet fand die offizielle Einweihung des
Kanals am 16.02.1915 in aller Stille statt. Somit war die Inbetriebnahme des
Kanals erfolgt. Damals diente in Getmold als Hafen lediglich eine Uferladestelle
für 2 Schiffe. Manchem bot sich von nun an der bis dahin unbekannte Anblick
eines Schiffes, und immer wieder fanden sich Schaulustige zusammen, wenn die
Ankunft oder die Durchfahrt eines Dampfers oder eines Bootes bekannt wurde.Doch
diese Beschaulichkeit sollte noch im Einweihungsjahr des Kanals eine dramatische
Wende erhalten.
Der Dammbruch 1915 in Hedem am 2. Weihnachtstag 1915 Home
Im Raum Hedem brach am 2. Weihnachtstag 1915 der Kanaldamm. Durch das sich schnell vergrößernde Loch schoss Wasser in das Vorland und bedrohte Höfe und Häuser. Viel Vieh ertrank in diesen Fluten. Mit vereinten Kräften konnte größerer Schaden verhindert werden. Von Minden aus entzog man dem Kanal Wasser, um den Wasserspiegel auf ein kontrollierbaren Maß abzusenken.
Wasserschiffahrtsamt Minden: Bildplatte (18x24)
vom Dammbruch bei Hedem, Kanalkilometer 74,292.
Aufgenommen wurde das Bild am
31.12.1915
mit Blick von Südosten aus gesehen.
1917 blieben ungezählte Dampfer mit vielen Schleppkähnen 9 Wochen auf dem Mittellandkanal im Eis stecken. Am 9. November 1918 verzichtet der Kaiser auf sein Thron und ging ins Exil nach Holland. Am 11 November 1918 wurden dann in Nordfrankreich, in einem Eisenbahnwagen im Wald von Compiegne, vom französischen Marschall Ferdinand Foch und der deutschen Waffenstillstands-Delegation die Alliierten Bedingungen der Kampfhandlung diktiert. Nach dem Krieg 1918 waren Mut und Fleiß gefordert, um die Wunden so gut es ging zu heilen. Nun war aber die Zeit vorbei, wo in den meisten Häusern noch der Holzfußboden wöchentlich mit Sand bestreut und zu allen Festtagen kräftig geschrubbt wurde. Bis dahin badete man nur zwei- bis dreimal im Jahr in einem Holzkübel, nur selten wusch man darüber hinaus die Füße. Händewaschen vor dem Essen war nur angesagt, wenn sie besonders schmierig waren. Zähneputzen war unbekannt. Alles das änderte sich nach dem Krieg, Zahnbürsten und Badewannen wurden eingeführt.
Nach dem Ende des Krieges im November 1918
und der Abdankung von Kaiser Wilhelm II. wurde das Drei - Klassen - Wahlrecht
abgeschafft. Jetzt galt jede Stimme gleich, ob reich oder arm. Jeder durfte
wählen, sofern er 20 Jahre alt war. Sogar die Frauen durften wählen. Ein
langer und heftig umkämpfter Fortschritt.
Nach dem Drei - Klassen - Wahlrecht waren die Bürger entsprechend ihrem
Steueraufkommen in 3 Abteilungen oder Klassen eingeteilt. In die einzelnen
Klassen kamen soviel Bürger, bis deren Steueraufkommen ein Drittel des
Gesamtaufkommens erreichte. Wer keine Steuern zahlte, blieb unberücksichtigt.
Die Bürger jeder Klasse wählten getrennt, aber öffentlich. Gewählt werden
konnte jeder, der 25 Jahre alt war und sich nichts hatte zuschulden kommen
lassen.
Schon am 19. Januar 1919 fanden die ersten
Reichstagswahlen statt und am 2. März 1919 die ersten Wahlen zu den
Gemeindeparlamenten.
Die Not war groß, auch auf dem Lande. Am Kanal
tauschte man Anfang 1920 ab und an Butter gegen Zucker, Speck gegen
Petroleum. Es bestand großer Bedarf an Kohlen. Auf den deutschen Wasserstraßen
hatte man einen einheitlichen Reichswasserschutz gegründet, um den unerlaubten
Güteraustausch zu unterbinden. Die in Minden stationierten Beamten hatten den
Kanal und die Weser zu beaufsichtigen. Im Rang von Hilfspolizeibeamten waren sie
befugt, unerlaubt gekaufte Güter zu beschlagnahmen und beteiligte Personen
festzunehmen.
Wilhelm und Charlotte Schmidt backten 1920 das erste Brot in Hedem.
Ab 1920 wurde in der Hedemer
Mühle auch mit Dünge- und Futtermittel gehandelt.
1921 ist der Erbauer der Hedemer
Mühle Casper Heinrich Niederbremer
gestorben.

Wilhelm
Lohmeier verlegte sein Sattler- und Polstergeschäft am 12.10. 1921 von
Getmold Nr. 73 nach Hedem in das Nebenhaus des Gastwirts Schmidt (Haus nicht
mehr vorhanden). 1924 baut er sein eignes Haus mit einer Polsterwerkstatt in
Hedem Nr. 80 (heute Lübbecker Straße 17).
1923 wurde der Turnverein Teutonia Hedem gegründet.
Die galoppierende Inflation 1923 ließ innerhalb eines Jahres alle Bürger zu
Millionären werden.
1924 dauerte die Vereisung des Kanals über zwölf Wochen bis zum 16. März.
Mitte der 20er Jahre nahm der Verkehr auf dem Kanal merklich zu - es wurde
bereits an eine Verbreiterung gedacht. Entlud man 1928 im Getmolder Hafen
achtzig Schiffe (überwiegend Getreide) mit insgesamt 3.115 t, so waren es 1930
bereits 3.898 t.
Einen vielseitigen Wunsch entsprechend, hatte sich der
Gastwirt Heinrich Heuer entschlossen, in seinem Garten einen Schießstand zu
bauen. Die Schießweite war auf 100 m bzw. 60 m eingerichtet worden. Benutzt
werden sollte der Stand in erster Linie vom Kriegerverein des Amtes Alswede und
vom Jugendbund, die erstmals am 13. Juni 1926 ein Prüfungsschießen
veranstalteten. Außerdem trug man sich mit dem Gedanken, einen Schützenverein
für das Amt Alswede ins Leben zu rufen, der dann auch das Benutzungsrecht
für den Stand haben sollte.
Anfang 1929, wurde die Freiwillige Feuerwehr
Hedem in der Gaststätte Heuer von einigen Dorfbewohnern gegründet. Auf der Gründungsversammlung
wählten diese den Gastwirt und Kaufmann Heinrich Heuer zum ersten Brandmeister
von Hedem. Er übte dieses Amt bis zum 1. April 1934 aus. Die Gaststätte Heuer
, jetzt Oldtimer Stuben, ist noch immer Treffpunkt der Feuerwehr und wird von
einem Enkel Heinrich Heuers, Dieter Buchholz, betrieben.
Die Gründungsmitglieder waren Heinrich Heuer, Wilhelm Holle, Karl Niemann, Karl
Hüsemann, Fritz Schröder, Wilhelm Piel, Wilhelm Schröder, Helmut Koch,
Wilhelm Schmidt, Hermann Koch, August Münstermann und Wilhelm Langewisch. Die
neu gegründete Freiwillige Feuerwehr war zum ersten Mal in Uniform beim
Spritzenhaus angetreten, um durch den Bürgermeister Graf von Rittberg durch
Handschlag vereidigt zu werden.
Als das Jahr 1929 begann, hatte der Winter sich schon mit 3 bitterkalten Wochen
bemerkbar gemacht. Es herrschte eine strenge Kälte. Temperaturen bis 23 Grad
minus waren keine Seltenheit. Der Frost dauerte ununterbrochen an und war so
stark, dass die Kartoffeln in den Kellern und auch die Runkeln in den Mieten zum
Teil erfroren. Am 19. März 1929 kamen Eisbrecher um das noch 20 cm
dicke Eis auf dem Kanal nach elf Wochen aufzubrechen. Starke Bäume wurden vom Frost gespalten. Im Sommer herrschte
eine große Dürre. Viele Brunnen versagten, so dass die Leute für das Vieh
Wasser aus dem Kanal holten. Alle Gräben und Bäche waren trocken und das Gras
auf den Weiden und Wiesen war verbrannt, so dass Futtermangel herrschte.
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Beim Turnverein Teutonia wurde ab 1930 auch Fußball
gespielt. Wenn der Turn- und Sportverein Teutonia Hedem früher sein Sommerfest feierte,
wie zum Beispiel im August 1930 an zwei Tagen in drei Zelten, dann fehlten weder
Fackelzug noch Feuerwerk um die sportlichen Leistungen bei Turnen und
Freiübungen, Reigen und Tanz zu umrahmen. Bemerkenswert dabei auch ein
Kleidungsschwimmen am 17.8.1930 im Kanal, das unter den fast 1000
Zuschauern große Heiterkeit auslöste.
Sportfest
bei Heuer
Am 9. Dezember 1930 wurde der Bau der elektrischen Lichtleitung vollendet. Das
Kanalfreibad in Getmold wurde Mitte Juli fertiggestellt.
1931 Amt Alswede, Kreis Lübbecke,
Regierungsbezirk Minden, Sitz Fiestel (Alswede)
Gemeinde Hedem: Landwirtschaftsgemeinde, Gemeindevorsteher Hüffmeyer, Einwohner
459, Ev. 458 Kath. 1, Gesamtfläche 709 ha
Zuständigkeit / Einrichtungen: Volksschule, Eisenbahnstation Blasheim,
Feuerwehr (frw.), Elektrizitätsversorgung
Politik: Gemeindevertretung 6 Sitze: rechts 5, links 1
Quelle: Handbuch der Ämter und Landgemeinden in der Provinz Westfalen,
Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931
Am 13. und 14. Juni 1931 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr erstes
Stiftungsfest in den Lokalen und mit 3 Zelten beim Kameraden Heinrich
Heuer. Dem am ersten Tag stattfindenden Tanz ging ein Fackelzug voraus, am
zweiten Tag folgten nach einem großen Durchmarsch Konzert und
Tanz.
Im Februar 1934 entschlossen sich Lashorster Bürger, der Feuerwehr Hedem
beizutreten.
Marie Schrodke arbeitete von 1938 - 1942 unter der Baronin Vittinghof-Schell als
Hausmädchen auf Schloss Hüffe.
Der letzte Weltkrieg lag gerade zwei Jahrzehnte zurück und im Sommer 1939
hätte Adolf Hitler fast sein großes Ziel erreicht, die Folgen des Versailler
Vertrages zu beseitigen und das Großdeutsche Reich (bis dahin ohne kriegerische
Auseinandersetzungen) in den alten Grenzen wieder herzustellen. Vielen wird es
ein Rätsel bleiben, dass die Machterschleichung hier in Deutschland einer
Gruppierung gelang, die bei der Reichtagswahlen 1928 nicht einmal 3 % der
Wählerstimmen hinter sich zu bringen wusste. So begann die Leidensgeschichte
des II. Weltkrieges nicht erst 1939, die der Vertreibung und Spaltungen nicht
erst 1945.
1940 übernahm dann Karl Niemann, der Schwiegersohn von Wilhelm Wilke die schon
stattliche Tischlerei und baute sie zu einem modernen
Fertigungsunternehmen aus.
Foto: Tischlerei 1954
Ab Anfang der 40 er Jahre verfügte die Löschgruppe
über eine Tragkraftspritze Typ TS2, die auf einem Motorradhänger transportiert
wurde.
Luise Grabenkamp (geb. Flick) kam von Wahlbach
(Kreis Siegen) nach Hedem auf den Hof Mielke. Später diente sie als
Hausmädchen bei dem Baron von Busche - Münch auf Benkhausen. 1943 heiratete
sie den Bäcker und Konditor Fritz Grabenkamp aus Hedem, der bei der Bäckerei
Schmidt tätig war. Die beiden wohnten im Hedemer Holz an der Hüffer Straße.
Später erwarben sie sich ein Haus in der Hedemer Siedlung.
Am 8 November 1943 stürzte abends gegen 21 Uhr ein englisches Bombenflugzeug
zwischen Getmold und dem Gut Hüffe ab. Taghell war das Dorf durch die
aufeinanderfolgenden Explosionen. Die Besatzung konnte nur verkohlt aus den
Trümmern geborgen werden und alle 7 Männer wurden auf dem Alsweder Friedhof
beigesetzt.
Der Terror der Gestapo hinter der Front und vor allem der Bomben- und Luftkrieg
hatten die Zivilbevölkerung des Kampfes müde und erschöpft gemacht. In den
letzten Kriegsmonaten kam noch die Angst vor Tieffliegern hinzu. Am 4. April
1945
erreichten Engländer und Kanadier den Kreis Lübbecke. Für die
Zivilbevölkerung
war es jedes mal die Frage auf Leben und Tod, ob ihr Ort verteidigt werden sollte
oder kampflos übergeben werden durfte. Nach und nach kehrten die überlebenden,
gefangenen Soldaten
wieder zurück.
Das Leiden und Sterben von mehr als 100 Millionen Menschen durch die beiden
Weltkriege in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört zur Geschichte
Europas, gehört zu unserer Geschichte. Wir haben sie anzunehmen, wie sie
wirklich war, nichts hinzuzufügen, aber auch nichts zu verschweigen.
Ein Jahr nach dem Ende des II. Weltkrieges konnte von einer Normalisierung des
Lebens keine Rede sein. Die Menschen lebten in engen räumlichen Verhältnissen,
da viele Menschen auf dem Land Zuflucht suchten. Es kamen die Flüchtlinge aus
dem Osten, die Evakuierten aus dem Westen und junge Männer aus der
Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit bestand das Freizeitangebot aus Schwimmen
und Sonnenbaden am Mittellandkanal. Im Laufe der Zeit wurde von diesen
Freizeitkickern die Idee geboren, eine richtige Mannschaft zu bilden und den
sportlichen Wettkampf mit anderen Mannschaften zu bilden.
Nach dem II. Weltkrieg wurden die langsamen Schleppzüge auf dem Kanal von
schnell fahrenden Motorgüterschiffen abgelöst.
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In der Gaststätte Heuer fand 1946 die Gründungsversammlung von Teutonia Hedem
unter der Aufsicht eines Beauftragen der britischen Streitkräfte statt. Der
Beauftrage war ein gewisser Herr Klute, späterer Bürgermeister von Lübbecke.
Dies geschah in Tradition zu dem vor dem II. Weltkrieg bestehenden Verein in
Hedem. Der neugegründete Verein unterhielt eine Turn- und eine
Fußballabteilung. Zum Vorsitzenden wurde der Volksschullehrer Grummert
gewählt. Stellvertreter wurde Hans Wischnat. Das Amt des Kassierers übernahm
Wilhelm Möhlmeier. Als Sportplatz für den stattfindenden Spielbetrieb stellte
Wilhelm Langewisch eine Wiese zwischen der heutigen Hedemer Straße und dem
Gehlenholz zur Verfügung. Der
Umkleideraum befand sich auf der Deele von Walter Gröne. Zu den
Auswärtsspielen wurden Trecker mit Anhänger und offene Lastwagen als
Transportmittel genutzt.
Die stillgelegte Ölmühle
kaufte die Müllerfamilie Pieper, die heute noch das umgebaute Wohnhaus
besitzen.
Walter Rahe kam im Dezember 1946 aus der französische Gefangenschaft und
siedelte nach Hedem. 1947 wird die Bezirksregierung von Minden nach Detmold
verlegt.
Am 07.07.1948 wurde in der Gaststätte Heinrich Heuer in
Hedem der Reichsbund der Kriegsopfer, Zivilbeschäftigten, Sozialrentner und
Hinterbliebenen Ortsverband Hedem gegründet. Anwesend waren 40
Mitglieder.
Für ein Netto Stundenlohn konnte man im
Jahre 1949
2500 g Brot oder 360 g
Rindfleisch, oder 7900 g Kartoffeln, 3,2 Liter Milch , 260 g Kotelett, 230 g
Butter, 480 g Margarine, 1kg Zucker, 40 g Kaffee oder 3 Eier kaufen. Für 100 DM
musste man zu der Zeit 88 Stunden arbeiten.
Ab 1949 fuhr Heinrich Flömer, der einen Elektrobetrieb
gründete, mit dem Fahrrad
und dem Material zu seinen Kunden.
Maria Koch flüchtete mit
ihrer Familie aus Schlesien nach dem II. Weltkrieg 1949 nach Hedem, wo sie als
Hauswirtschaftsgehilfin bei der Gastwirtschaft Heuer arbeitete.
Die Fußballer von Teutonia Hedem und der
Spielervereinigung Vehlage trafen sich 1950 in der Gaststätte Spreen in Fiestel
und beschließen die Neugründung eines Vereins mit dem Namen Spielvereinigung
Hedem - Vehlage. Zum Vorsitzenden wählte die Versammlung Heinrich Pott. Der
Spielbetrieb wurde auf dem Sportplatz in Vehlage durchgeführt.
1952 bestand Wilhelm Möllering die Meisterprüfung im Schmiedehandwerk und
Werner Bretschneider kam nach Hedem.
Am 23. Juli 1954 bestand Werner Bretschneider
die Meisterprüfung im Raumausstatterhandwerk bei der Handwerkskammer in
Bielefeld.
Der damals 19 jährige Karl Schmidt übernimmt nach dem frühen Tod seines
Vaters die Bäckerei.
1957 fand in Hedem ein Maiumzug statt und in
Alswede wurde ein neuer Fußballplatz gebaut. Seitdem spielt Hedem - Vehlage in
Alswede. Albert und Maria Koch zogen 1958 nach Hedem. 1961 kam Maja Kemper nach
Hedem.
Emmi Nolte heiratete den Tischler Robert
Gogolin, der die Windmühle
weiterführte. Gogolin führte
auch den Handel mit festen Brennstoffen ein. Die Mühle war noch bis etwa
1960 in Betrieb.
Vom 18. Dezember 1962 bis zum 5. März 1963 herrschte fast ununterbrochen
eisiges Winterwetter. Die Kanalschifffahrt kam über mehrere Monate hinaus
restlos zum Erliegen, die Frostschäden an den Strassen wurden für Westfalen
– Lippe auf 40 bis 50 Millionen DM geschätzt. Die berüchtigten Winter von
1946/47. 1939/40 und 1928/29 wurden dabei noch übertroffen.
1962 nisteten nach Ostern 2 Störche auf dem Haus
Hüffmeyer / Lusmöller, Nr. 16, und 3 Jungstörche kamen zur Welt.
Ein weiteres besonderes Ereignis war für die Feuerwehr 1962 die Übergabe des
1. Feuerwehrfahrzeugs , ein Tragkraftspritzenfahrzeug Ford Transit.
1964 erfüllte
sich die Löschgruppe ein großen Wunsch, als das Gerätehaus eingeweiht werden
konnte.
Karl Hucke war von 1964 bis 1972 Bürgermeister von Hedem. Weiter gehörte er
von 1961 bis 1972 der Amtsvertretung Alswede an.
1965 wurde der Mittellandkanal auf 47 m verbreitert und eine Festlegung der
Wassertiefe auf 4 m fand statt.
In den 60 -er Jahren wurden bei Schmidt hauptsächlich
kleinere Lebensmittelgeschäfte mit Backwaren beliefert. Zudem betrieb man einen
regen Gaststättenbetrieb, indem am Wochenende Hochzeiten und gesellschaftliche
Feiern ausgerichtet wurden.
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1967 brannte das Haus von Hüffmeyer / Lusmöller Nr. 16 ab.
1968 übergab Karl Niemann die
Möbelfabrik dann seinen Sohn Wilfried, der weitere
entscheidende Schritte in den Aufbau der heutigen Niemann Möbelteile
vollzog. Seit rund 30 Jahren versteht sich das Unternehmen als reiner
Zulieferbetrieb der Möbelindustrie. Mit knapp 100 Mitarbeitern werden täglich
ca. 12.000 Möbelteile hergestellt, vornehmlich Küchenmöbel und Badfronten aus
beschichteten Spannplatten. Aber auch Bürotischplatten und Bauteile für die
unterschiedlichsten Bereiche der Möbelindustrie werden geliefert.
1968 gab es einen besonderen Brand zu löschen, als der Hof
Telkemeyer durch Brandstiftung ein Raub der Flammen wurde. Die Feuerwehrmänner
waren damals über 20 Stunden an der Einsatzstelle
im Dienst.
Das Geschäft an der Mühle wurde 1968 an den
Landhändler Fritz Meier verkauft und Familie Gogolin zog nach Lübberstedt in
die Lüneburger Heide.
In den Jahren 1971 bis 1973 wurde der
Getmolder Hafen am Mittellandkanal ausgebaut. Mit über 800 m Kaimauer, welches
als Liegeplatz für 10 Europaschiffe reichte, wurde er zum größten
Industriehafen zwischen Minden und Osnabrück.
1972 gründete Dieter Niemann das Unternehmen Dinilux und es werden Sonnenschutz und Verdunklungsanlagen hergestellt.
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Hedem hat inzwischen seine Eigenständigkeit durch die Gebietsreform von 1973 verloren und ist Teil der Stadt Pr. Oldendorf.
Trotzdem herrschen lebendiger Gemeinsinn und ein aktives Vereinsleben im Ort. "Gemeinsam sind wir stark!" Dieses Motto kennzeichnet vielleicht am besten die Lebenseinstellung der Hedemer. 1973 wurde die Feuerwehr Hedem-Lashorst im Zuge der Gebietsreform zusammen mit Getmold und Schröttinghausen dem 3. Löschzug der städtischen Feuerwehr Pr. Oldendorf zugeordnet.
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Nur um etwa 100 Meter verfehlte am 24. Januar
1973 eine zweisitzige Düsenmaschine der
britischen Luftwaffe eine Fabrikhalle der Fa.
Karl W. Niemann, bevor sie auf eine Weide
stürzte und
ausbrannte. Pilot und Copilot
hatten
sich
Sekunden vorher mit ihren Schleudersitzen herauskatapultieren
und retten können. Feuerwehren deckten schon kurze Zeit später die
brennenden
Wrackteile mit einem Schaumteppich zu.
Hedem befindet sich im Urstromtal der Weser und hat ausreichend Wasser in hervorragender Qualität. Der Kreis Herford baute in Hedem ein Wasserwerk und es ging 1974 in Betrieb.
Der Desteler Hartmut Hafer kaufte den Hof Albers und machte ein Landhandel
auf.
1974 wurde das TSF Löschfahrzeug
mit einem Funkgerät ausgerüstet.
Anfang der 70er Jahre baute man den Getmolder Hafen mit über 800 m Kaimauer
(Liegeplatz für 10 Euroschiffe) zum größten Industriehafen zwischen Minden -
Osnabrück aus.
1976 eröffnet Bäckerei Schmidt die erste Filiale bei Kolck in Lübbecke. Ein
Jahr später wurde der Marktkauf in Lübbecke, anschließend in Espelkamp, und
weitere Filialen in Rahden eröffnet.
Von 1976 - 1982 gab es Störche in Hollwinkel, sie hatten ihr Nest auf einem der
Schornsteine des Schlosses.
Auf dem Wasserweg traf in Getmold eine schwere Gasturbine ein. Im Hafen wurde
dann am 12.09.1980 die dort bisher schwerste Last umgeschlagen. und auf ein
Spezialtransporter verladen. Dazu wurde der zweitgrößte Kran (600-t-Hubkraft)
in der BRD eingesetzt, die 204 Tonnen schwere Gasturbine, die sich auf
ihrem Weg aus den USA zum modernisierten Kraftwerk nach Kirchlengern befand, im
Nachbarort umgeladen. Über Lashorst, Hedem, Alswede, Blasheim, Lübbecke und
Quernheim ging die Fahrt, wobei Hochspannungsleitungen, Bahnoberleitungen
und Postleitungen abgeschaltet und angehoben werden
mussten.
Karl
Hucke hat von 1956 bis zur Kommunalen Neugliederung im Jahre 1973 dem Rat der früheren
Gemeinde Hedem angehört. Während dieser Zeit war er von 1956 bis 1961
stellvertretender Bürgermeister und von 1964 bis 1972 Bürgermeister. Weiter
gehörte er von 1961 bis 1972 der Amtsvertretung Alswede an. Nach der Kommunalen
Neugliederung wurde Karl Hucke Mitglied des Rates der Stadt Pr. Oldendorf.
Hier schied er 1984 aus. Ihm wurde 1985 das Bundesverdienstkreuz der
Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Kurz nach ihrem 50-jährigen Bestehen erhielt die Löschgruppe 1979 ein Löschgruppenfahrzeug
LF8 von der Firma Iveco-Magirus.
Tennis
als Vereinssport gibt es seit 1980 in Hedem. Am 18. November 1980 fand nach
intensiven und langwierigen Vorbereitungen durch Horst Grabenkamp die
Gründungsversammlung des Hedemer Tennisvereins (HTV) im Saal der Bäckerei
Schmidt in Hedem statt. Dazu waren 63 Mitbürger
erschienen. Die
alte Schule wird zum Teil Clubhaus. Zur gleichen Zeit eröffnete Maja
Bretschneider einen Tennisshop.
Karl Schmidt kauft 1982 einen Nachbarhof auf, um seinen mittlerweile gut
florierenden Bäckereibetrieb weiter ausbauen zu können. Das
Gaststättengeschäft wurde eingestellt.
Am 11.02.1985 bestand Axel Bretschneider die Abschlussprüfung zum
Datenverarbeitungskaufmann bei der Industrie und Handelskammer in
Regensburg.
Albert Koch wird 1986 Schützenkönig in der Schützengemeinschaft Hedem. Am 21.
Oktober richtete ein Orkan Millionenschäden im Altkreis Lübbecke an.
Der Bauausschuss der Stadt Oldendorf gibt am 24. Juli 1989 grünes Licht für
die Planung eines Golfplatzes auf dem Gelände des Gutes Hollwinkel.
Die Firma KFZ Rollmann wurde 1989 von dem Kraftfahrzeugmeister Frank Rollmann
gegründet.
Am 26. Januar 1990 richteten gewaltige Sturmböen im Altkreis Lübbecke
verheerende Schäden an.
1990 wurde der Bauernhof Mielke gegenüberliegend der Bäckerei zu
einem Lebensmittelgeschäft und zu Lagerräumen umgebaut.
Der Hedemer - Tennisverein feierte sein zehnjähriges
Bestehen mit einer Festwoche im September 1990.
Am 12. Januar 1991 wird die Große Aue zwischen Holzhausen und Rahden durch
Heizöl verunreinigt.
Die Firma Finke&Holle Brennstoffhandel GmbH wird 1991 von den beiden
alteingesessenen Einzelfirmen August Finke und August Holle (1904) gegründet.
Heute werden Brennstoffe und Mineralöle angeboten.
Im Mühlenkreis Minden – Lübbecke lebten zu
Beginn des Jahres 1992 etwa 298.771 Menschen, davon 48 % (143.378) männliche
und
52 % (155.393) weibliche Personen. An versicherungspflichtige Beschäftigte
wurden insgesamt 36,2 % der Bevölkerung registriert.
43,7 % der Männer und
29,4 % der Frauen erwirtschafteten einen Umsatz von rund 8 Milliarden Mark.
Interessante archäologische Funde machten
Wissenschaftler im Oktober 1992 bei
Erdarbeiten zu der MIDAL-Trasse (Midal: Mitte - Deutschland-Anbindungs-
Leitung verbindet den Norden und Süden Ostwestfalen - Lippe von Warburg bis
Rahden). Eine germanische Ansiedlung aus der Zeit um 500 v. Chr. wurde
entdeckt.
Mittellandkanal Germanenbrunnen Midal - Erdgasleitung
,,Mit Hilfe eines neun Meter langen Bohrkopfes wurde im März 1993 über 208
Meter von der Nordseite des Kanals unter der Wasserstraße her Platz für die
Rohrleitung (1 m Durchmesser) geschaffen. Die Kosten für diese Bohrarbeiten
betrugen 3 Mio. Mark.
1993 wurde die Bäckerei Schmidt erweitert.
1994 übernahm Dirk Selle die Schmiede von Wilhelm Möllering.
1998 fegten Unwetter über das Lübbecker Land. Am 2. Juni hinterließ es
abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, überschwemmte Keller und umgerissene
Strommasten. So auch am 28. Oktober, als sinnflutartige Regenfälle zu
Überschwemmungen führten.
Eine besondere Leistung wurde bei dem umgebauten Feuerwehrgerätehaus
erbracht, das am 7.6.1998 eingeweiht wurde.
Acht Gärtanks und acht Lagertanks wurden vom Getmolder Hafen am 16. April 1999
zur Herforder Brauerei transportiert. Der Weg führte über Hedem, Alswede,
Stockhausen, Lübbecke, Holzhausen, Bünde nach Herford. Dabei mussten reichlich
Verkehrsschilder und Ampelanlagen abgebaut werden.
In Hedem wurde im Jahr 2000 ein Maiumzug veranstaltet.
Anfang Oktober 2002 hat sich Wolfgang
Schrodke nach über 30-jähriger Branchenerfahrung selbständig gemacht und den
Lieferservice "Getränke Schrodke" eröffnet.
Vom 04.06.04 - 06.06.04 feierte die Löschgruppe
Hedem-Lashorst ihren 75. Geburtstag. Zum Festprogramm gehörten neben viel Musik
und Tanz auch ein Fackelumzug durch das Dorf, ein Schnelligkeitswettbewerb der
Feuerwehren um den Stadtpokal und die Vorführung einer Höhenrettung. Für die
kleinen Gäste war eine Feuerwehrabteilung aus Bielefeld mit einem lustigen
Puppenspiel vor Ort. Beim großen Jubiläumsakt am Sonntag übergab Bürgermeister
Hartmann Wünsch der Hedem-Lashorster Feuerwehrtruppe einen symbolischen Schlüssel
für ihr neues Löschfahrzeug. In zahlreichen Grußworte wurden Verdienste und
Einsatzbereitschaft der Löschgruppe Hedem-Lashorst gewürdigt. "Unter
Einsatz aller Kräfte, bis hin zum Risiko für Gesundheit und Leben, setzen Sie
sich für ihre Mitbürger ein", so Wehrführer Dr. Thomas Kunzemann.
Bäckerei Schmidt erweitert seine Produktionsfläche 2004 um weitere 1500 qm.
Wolfgang Schrodke hat im Dezember 2004 an der Straße Zur Schmiede 1 den
Getränkemarkt "Trinkparadies Schrodke" eröffnet.
Im Sommer 2005 bezieht die Dorfgemeinschaft Hedem in der alten Schule frei
gewordene Räumlichkeiten. Am 10. September feierte der Hedemer Tennisverein (HTV) sein 25 jähriges Jubiläum
im Clubhaus.
Günter Lusmöller wurde im Mai 2006 das Bundesverdienstkreuz der
Bundesrepublik Deutschland verliehen. Er ist seit 1977 Vorsitzender des
Heimatvereins Lashorst. Seit Jahrzehnten engagiert er sich in zahlreichen
Ämtern in den umliegenden Ortschaften und in der Kommunalpolitik, als
Ortsheimatpfleger und in der Kirchengemeinde.
Im September 2006 übernahm die
Weser-Land-Handel GmbH die Hafer GmbH, da sich Hartmut Hafer aus Altersgründen
zurückzieht.
Bäckerei Schmidt erweitert 2007 seine Produktionsfläche um weitere 1000 qm.
Wilhelm Möllering eröffnet im Herbst 2007 eine Rechtsanwaltskanzlei in der
Dorfstraße 4.
Die Mitglieder des Sozialverbandes Hedem feierten am 02.08.08 ihr 60 jähriges
Jubiläum. Axel Bretschneider zeigte eine Bilderpräsentation von Hedem.
Toni Schneider hat sich 2008 in Hedem mit seiner Gebäudereinigung selbständig
gemacht.
2009 hatte die Bäckerei Schmidt 45 Filialen.
Die Karl W. Niemann GmbH und Co. KG ist Zulieferer der Möbelindustrie und fertigt mit über 100 Mitarbeitern am heimischen
Standort Möbelteile für den seriellen Möbelbau und den individuellen Innenausbau. Gegründet im Jahr 1832 wird das Familienunternehmen heute in der 5. und 6.
Generation geführt. Gemeinsam mit ihrer Tochterunternehmung, der Niemann Formholztechnik GmbH & Co. KG verfügt sie über 4 Vertriebs- und
Produktionsstandorte in Deutschland, Tschechien und Südafrika und über 3 Vertriebsgesellschaften in Polen, Brasilien und Italien. Heute umfasst die Niemann
Gruppe weltweit rund 250 Mitarbeiter.
Helmut Freiherr von Vittinghoff, gen.
Schell-Steven war vom 01.01.1978 - 31.12.2011 ehrenamtlicher Landwirtschaftsrichter beim Amtsgericht Lübbecke und wurde im November 2011 vom Land NRW für
seine ehrenamtliche Justiz im Düsseldorfer Landtag ausgezeichnet.
Einwohner in Hedem
1818 1832 1843 1858 1871 1895
1931 1970
1997 1998 2000 2002
2008
478 575
717 568
637 530
459 553
717 802 828
839 747
Wie mögen wohl die Menschen früher gelebt haben? Wir können es uns heute kaum noch vorstellen. Was wir wissen, haben wir aus historischen Berichten oder aus Museen. Arm waren sie, die Menschen in Hedem. Immer mussten sie ihren Lebensunterhalt durch harte Arbeit in großer Abhängigkeit verdienen. Das kleine Dorf hat viel gesehen und überstanden: die Reformation mit dem nachfolgenden Dreißigjährigen Krieg, den siebenjährigen Krieg, die Napoleonischen Feldzüge, die Gründung des Deutschen Reiches, den I. Weltkrieg, den II. Weltkrieg und seine Folgen bis zur Wiedervereinigung. Die Menschen haben gute und schlechte Zeiten gesehen. Immer aber haben sie zusammengehalten Eine lebendige Gemeinschaft hat ihnen geholfen, auch schwierige Zeiten zu bewältigen. Dies gilt auch heute noch.